Blog & Podcast für Franchisezentralen

Hier findet Ihr Impulse und Lösungen für den Alltag in der Zentrale. Es geht um gemeinsamen Erfolg und maximales Wachstum im Franchise-Netzwerk, ohne aber den Spaß aus den Augen zu verlieren.

047 – Gründe gegen’s Gründen

047 – Gründe gegen’s Gründen

2015 waren es noch 760.000 Gründungen in Deutschland. Aktuelle Zahlen über 2018 sprechen von nur noch 540.000 Gründungen. So eine Meldung von ZDF heute auf meinem iPad: “Gründen immer unbeliebter”. 220.000 Gründungen weniger!  Das ist ein extremer Rückgang in nur 3 Jahren. Die Zahl der Gründungen hat sich um 1/3 reduziert! 

Und was heißt das jetzt für uns? Dieser Frage gehe ich in dieser spontanen Podcast-Episode nach.

Audio (14:35 Min):

Beim Lesen dieser Meldung fiel mir sofort ein Zitat aus einem früheren KfW Gründungsmonitor ein: „So wenig Gründungen wie seit der Wiedervereinigung nicht“ hieß es. Ich war mir nicht mehr ganz sicher, wie lange diese Feststellung der KfW wohl her sein mag und habe danach gegoogelt. Ich fand die entsprechende Pressemeldung mit diesem Zitat und zwar stellte man dies für das Jahr 2016 fest. Das aus heutiger Sicht Kuriose an dieser Pressemitteilung ist, dass man damals glaubte Anzeichen dafür zu sehen, dass die Zahl der Gründungen kurzfristig wieder ansteigen würden. Heute sind wir im Rückspiegel betrachtet – wie so oft – schlauer und wissen, dass es nicht der Fall ist. 2018 haben wir wie gesagt 1/3 weniger Gründungen als noch 2015.

 

Wie viele beschäftigen sich mit der Idee einer Gründung?

Über die Zahl der gründungs”interessierten” Menschen wissen wir nichts. Jedenfalls sind mir hierzu keine Zahlen bekannt und das erscheint mir auch logisch, weil die meisten mit einer solchen Idee in ihrem stillen Kämmerlein sitzen und am Rechner recherchieren. Sie geben kaum Zeichen die man zählen könnte.

Nebenbei bemerkt ist das einer der Engpässe die wir als Internetportal für die Franchise-Wirtschaft lösen: Der anonym Recherchierende landet mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit auf unserem Portal, sobald er etwas im Franchise-Kontext eingibt. Das gibt euch die Möglichkeit, hier im Portal seine Aufmerksamkeit zu erhalten. Hier ist dann die Zielgruppe zu finden, weil sie aufgrund ihrer Recherche bei uns landet.

 

Gegensteuern durch Relaunch

Und die sinkenden Gründerzahlen ist übrigens einer der Gründe, warum wir in wenigen Wochen mit einem kompletten Relaunch des FranchisePORTAL herauskommen werden. Noch schlanker und noch zielführender, damit wir die Aufmerksamkeit besser lenken können und den anonymen Recherchierenden zu einer Anfrage zu bewegen. Das wird heute noch bedeutsamer als vorher, weil einfach die Gesamtmenge an Menschen die darüber nachdenken sinkt.

Die sprichwörtlichen Stecknadeln im Heuhaufen sind für uns alle sauschwer zu identifizieren. Wenn wir sie immerhin schon einmal auf unserem Portal haben, dann müssen wir mit neuster Optik, neuen Funktionen und völlig neuen Werbeformen für Franchisesysteme versuchen, diese Perlen zu fischen und auf den Markt zu bringen, damit ihr weiter expandieren könnt.

 

Weniger Anstöße zu ernsten Gründungsgedanken?

Es ist nur eine Hypothese, doch ich könnte mir vorstellen, dass die Zahl derjenigen, die sich intensiver mit der Idee Existenzgründung beschäftigen, mindestens ebenfalls um ⅓ in den letzten drei Jahren gesunken ist. Wenn nicht sogar überproportional mehr, weil es für viele überhaupt keinen Anlass gibt, darüber nachzudenken.

Die Arbeitsmarktsituation ist gut und wenn ich mich über meine Kollegen, meine Tätigkeit, meinen Chef oder gar eine Kündigung ärgere, finde ich häufig relativ leicht eine alternative neue Tätigkeit. Somit könnte es sein, dass der Moment des Frusts im Job weniger häufig, weniger lang und weniger intensiv wahrgenommen wird, was möglicherweise oft den ersten Anstoß geben könnte, über solche alternativen Berufswege nachzudenken.

 

Alternative Wege für die Franchise-Wirtschaft?

Wen wundert es dann noch, dass wir in der Franchise-Wirtschaft Schwierigkeiten haben, vielversprechende Franchise-Kandidaten für eine Existenzgründer zu finden? Ebenso wenig wundert es uns, dass ihr euch in den Systemzentralen nach alternativen Wegen zur Expansion umschaut. In Gesprächen mit Euch begegne ich immer wieder der Suche nach alternativen Wegen:

 

  • Sei es, dass eure bestehenden Franchisepartner als Multi-Unit Franchisenehmer weitere Standorte eröffnen und
  • dass ihr Franchisenehmer verstärkt zu Empfehlungen in ihrem Umfeld motiviert
  • oder dass ihr versucht, bestehende Unternehmen bzw. Unternehmer davon zu überzeugen, unter Euer Markendach zu schlüpfen. Nebenbei bemerkt mit den entsprechenden Schwierigkeiten wie mir häufiger berichtet wird. Weil sie häufig ziemlich genau zu wissen meinen, wie ihr Job besser geht, wenn man sich nicht an die Vorgaben des Systems hält. Es scheint ungleich schwieriger es ist, Unternehmer mit einem Sack von eigener Erfahrungen und Meinungen vom eigenen Konzept und der Einhaltung der System-Standards zu überzeugen.
  • Dann haben wir nicht selten noch die Kunden und die Mitarbeiter, die von der Idee einer Franchisepartnerschaft überzeugt werden sollen.
  • Manchmal sogar kombiniert mit einer Form von Joint Venture, um das Risiko und die finanzielle Belastung für sie nicht zu hoch werden zu lassen und sie besser überzeugen zu können.

Gründe gegen’s Gründen

Finanzen ist laut ZDF-Artikel neben den attraktiven Jobs auf dem vom Fachkräftemangel geplagten Arbeitsmarkt ein weiterer Grund, dass es grundsätzlich – auch abseits vom Franchising – so wenig Existenzgründer gibt.

Drei Hauptgründe werden in dem ZDF Artikel “Gründen wird immer unbeliebter” angerissen:

  1. Wie gesagt, die attraktiven Jobs auf dem Arbeitsmarkt
  2. Finanzielle Engpässe bei einem undurchdringlichen Fördermittel-Dschungel. Obwohl so viel Geld für Gründer bereit steht wie noch nie. Aber es ist ganz schwer, das passende Programm zu finden und die bürokratischen Hürden zu überwinden. Hier geben Gründer auf.
  3. Fehlende Zwischenfinanzierungen: Gründern fällt es schwer die erste Zeit zu überbrücken, bis das Geld fließt. Egal ob Geld aus den Fördertöpfen – was auch gerne einige Zeit dauert – oder aus anderen Quellen oder erreichen des Break-Evens. Wenn die Gründer unterwegs verdursten, weil sie keine Zwischenfinanzierung hinbekommen, ist es vorbei oder sie starten gar nicht erst.

 

Ich habe ein paar Ideen, wie die Franchise-Wirtschaft da vielleicht ganz besonders punkten könnte. Aber dazu mehr in der nächsten Episode.

Positive Aspekte sinkender Gründerzahlen

Für den Moment möchte ich Euch über die aktuelle Entwicklung auf dem Gründermarkt informieren. Eine gute Sache sei noch angemerkt: Die Zahl der Notgründungen sinkt gleichermaßen. D.h. die Kandidaten die wirklich starten wollen und es umsetzen, sind mindestens motivierter. Und der Artikel stellt fest, dass sie in der Regel auch qualitativ besser aufgestellt sind, was Strategie und Innovationskraft angeht.

Also, es wird nicht leichter, Kandidaten auf dem Gründermarkt zu finden. Aber wenn jemand unterschreibt, sind vielleicht die Erfolgschancen für ihn umso höher. Was meint ihr?

 

Schreibt mir gern an steffen@franchiseuniversum.de

 

In der nächsten Episode gibt es ein paar Ideen, wie Franchisesysteme den Engpass von Gründern vielleicht lösen könnten, die ich gerne mit euch diskutieren möchte. Bis dahin, macht es gut.

 

SHOWNOTES

ZDF Artikel “Gründen immer unbeliebter

Episode 48: Geld wie Heu und keine Gründer. Das ist unsere Chance!

Schickt mir gerne eure Gedanken zu diesem Thema an steffen@franchiseuniversum.de