Ratgeber & Podcast

für Franchisezentralen

Nutzen eines Intranet/Extranet für Franchisesysteme

Stefan Merath: Guten Tag, liebe
Teilnehmer! Heute Morgen stehe ich Ihnen für Ihre Fragen rund um das Thema
Intranet in Franchisesystemen zur Verfügung. Ich freue mich auf zwei spannende
Stunden!

Leser: Können Sie den Nutzen eines Intranet in
Euro beziffern?

Stefan Merath: Nein. Der Nutzen eines
Intranet ist im Wesentlichen qualitativ – Sie können z.B. auch den Nutzen Ihres
Logos kaum in Euro ausdrücken. Natürlich gibt es eine Reihe von Nutzenaspekten,
deren Wert Sie individuell für Ihr System schätzen können. Die wichtigsten davon
sind: 1) schnellere Einarbeitung neuer Franchise-Partner. Welchen Nutzeneffekt
haben Sie, wenn Z.B. der Break-Even neuer Partner 10% früher erreicht wird? 2)
Reduktion von Fehlern durch eine breite und vollständige Wissensbasis. Welchen
Nutzen haben Sie, wenn 10 bis 20% weniger Fehler gemacht werden? 3) Einfachere
Gewinnung von neuen Franchise-Partnern. Über 50% aller Franchisesysteme haben
bereits ein Intranet und elektronische Kommunikation taucht in verschiedenen
Checklisten für potentielle Franchise-Partner auf. Können Sie sich einen
Minus-Punkt an dieser Stelle im Vergleich leisten? 4) Der Erfahrungsaustausch
wird drastisch beschleunigt. Ist ihr Markt so schnell in Bewegung, dass
Erfa-Tagungen allein oft nicht ausreichen? 5) Die Verwaltung und Druckkosten von
Handbüchern kosten bei größeren Systemen schnell einen 4- oder gar 5-stelligen
Betrag. Dies entfällt mit einem Intranet. 6) Die Kommunikation und
Standard-Prozesse (wie z.B. Druckerzeugnisse etc.) können drastisch beschleunigt
werden und die Franchise-Zentrale (sowohl Innendienst als auch Außendienst)
erheblich entlasten. 7) Ein Intranet gewährleistet, dass das Know-how aller
wichtigen Personen dokumentiert ist. Wie viel ist Ihnen der teilweise Schutz
gegen Ausfall eines Know-how-Trägers wert? 8) Ein Intranet fördert die
Einheitlichkeit des Systems, da allen Partnern an einer Stelle immer die
aktuellsten Materialien zur Verfügung stehen. Welchen Konkurrenzvorteil bietet
Ihnen Ihr einheitlicher Auftritt? 9) Durch eine ausgefeilte Handbuchverwaltung
und –Versionierung kann die Nutzung des Franchisehandbuchs drastisch
effektiviert werden. Sicher gibt es noch viele weitere Gründe, aber dies sind
nach unserer Erfahrung die Wichtigsten.

Leser: Vielleicht ist meine Frage etwas naiv,
aber worin besteht der technische Unterschied zwischen Internet, Intranet und
Extranet? Sind das Internet und Extranet gleichbedeutend mit der Website?

Stefan Merath: Zu naive Fragen gibt es
eigentlich nicht. Alle drei verschiedenen Varianten basieren auf der
Internet-Technologie, arbeiten also mit einem Web-Browser wie dem
Internet-Explorer. Ein Internet ist für alle Nutzer im Netz öffentlich
zugänglich. Ein Extranet ist ein geschlossenes Angebot für ein Unternehmen und
seine Partner, ein Intranet ein geschlossenes Angebot innerhalb eines
Unternehmens. Die richtige Bezeichnung für Franchise-Systeme wäre also Extranet.
Allerdings hat sich der Begriff Intranet dafür eingebürgert, so dass man beide
Begriffe synonym verwenden kann.

Leser: Hallo Herr Merath, wer kümmert sich in
Franchisesystemen um die Pflege des Intranet/Extranet? Muss dafür ein
Redaktionsteam bzw. ein neuer Beirat gegründet werden?

Stefan Merath: Es sollte mindestens ein
Verantwortlicher für das Intranet in der Zentrale benannt werden. Ob ein
Redaktionsteam oder ein Beirat nötig ist, hängt letztlich von der Größe des
Systems und dem Nachrichtenaufkommen ab. Aber eine Person sollte in jedem Fall
regelmäßig News einstellen, für die Aktualität sorgen und veraltete
Informationen heraus nehmen. Ohne regelmäßige News würde das Intranet von den
Franchise-Partnern nicht benutzt. Habe ich Ihre Frage beantwortet?

Leser: Welches Content-Management-System
können Sie empfehlen?

Stefan Merath: Grundsätzlich gibt es
mehrere Möglichkeiten, ein Intranet aufzubauen: Sie können sich auf Basis eines
Content-Management-Systems ein Intranet individuell entwickeln lassen, sie
können eine Standard-Intranet-Software nutzen oder sie können ein auf
Franchisesysteme spezialisiertes, bereits fertig gestelltes Intranet nutzen. Im
ersten Fall – Sie entwickeln auf Basis eines CMS individuell ein Intranet –
haben Sie die Auswahl unter rund 1.000-1.500 Content-Management-Systemen, die
Sie überhaupt nur mit großem Aufwand vergleichen können; meist empfiehlt es
sich, einen Marktführer bzw. ein etabliertes System wie z.B. RedDot zu wählen.
Im zweiten Fall – Sie wollen eine Standard-Intranet-Software nutzen – gibt es
einige Dutzend Systeme – auch hier empfiehlt es sich, einen Marktführer wie z.B.
Intrexx zu wählen. Wollen Sie ein auf Franchisesysteme spezialisiertes, bereits
fertig gestelltes Intranet nutzen, kann Ihnen die SI Projects GmbH
www.franchise-intranet.de anbieten, meines Wissens nach das einzige System
dieser Art. Die Unterschiede können Sie etwa so sehen: Sie haben ein Ziel,
nämlich Ihr Franchisesystem zu entwickeln und zu vergrößern. Wenn man dies
bildlich vergleicht: Sie möchten von München nach Hamburg fahren. Dann bieten
Ihnen die Anbieter eines Content-Management-Systems einen Motor, mit dem sie
Ihnen (gegen entsprechende Kosten und bei entsprechendem Zeitaufwand) ein Auto
bauen. franchise-intranet.de bietet Ihnen hingegen einen Mietwagen, in den Sie
sofort einsteigen können.

Leser: Wie muss ich ein solches Projekt
angehen, um ein Intranet oder auch Extranet in meinem Franchise-System zu
etablieren? Welche Schritte empfehlen Sie uns da?

Stefan Merath: Grundsätzlich können Sie
folgende Phasen unterscheiden: Planung, technische Implementierung, inhaltliche
Strukturierung und Befüllung, Einarbeitung der Franchise-Partner, permanente
redaktionelle Arbeit und kontinuierliche technische Weiterentwicklung.
Entscheidend für den Erfolg des Intranet und Ihres Franchise-Systems sind
allemal der inhaltliche Bereich, die gelungene Integration der Franchise-Partner
und die permanente redaktionelle Arbeit. Die wesentlichen Anforderungen an die
technische Basis sind vor allem die Erweiterbarkeit und offene Schnittstellen –
ein Intranet muss sich über die Jahre weiterentwickeln lassen. Ob Sie sich
stärker auf die erfolgskritischen Faktoren der Inhalte oder eher mit an sich
unwichtigen technischen Detailfragen beschäftigen müssen, hängt natürlich von
der Art und Weise der Einführung eines Intranet ab: bei einer
Individualentwicklung z.B. auf Basis eines Content-Management-Systems ist der
technische Planungsaufwand natürlich ungleich höher als beim Einsatz eines
schlüsselfertigen Franchise-Intranet. Grundsätzlich empfiehlt es sich möglichst
früh bei erfahrenen Dienstleistern anzufragen, da Ihnen so eine Menge Arbeit
erspart werden kann.

Leser: Unsere Franchisenehmer sind ständig bei
Kunden im Einsatz. Macht das Intranet in diesem Fall überhaupt Sinn?

Stefan Merath: Einige der Punkte, die
ich in der ersten Frage beantwortet hatte, also z.B. schnellere Einarbeitung der
Franchise-Partner macht auch dann Sinn. Andere Punkte machen nur dann Sinn, wenn
Ihre Partner bei den Kunden z.B. PDAs nutzen und sie so einen Zugang zum
Intranet hätten. Angenommen Sie haben ein Franchisesystem im Immobilienbereich
und bieten eine Immobiliendatenbank im Intranet. Dann sollte diese schon
PDA-tauglich sein, da Ihre Partner ja sonst nicht auf die Informationen
zugreifen können. Habe ich Ihre Frage beantwortet?

Leser: Und wie unterscheiden sich Intranet und
Extranet inhaltlich? Besteht das Intranet in erster Linie aus Foren?

Stefan Merath: Einen inhaltlichen
Unterschied gibt es nicht – es ist eher wie ich oben gesagt hatte, eine Art
Begriffsverwirrung. Das Intranet kann aus ganz unterschiedlichen Bereichen
bestehen. Typisch sind Newskanäle, also Nachrichten; dann Foren zur Diskussion
mit den Franchise-Partnern; Download-Bereiche, also z.B. Logos oder
Excel-Sheets; dann manchmal eine Handbuchverwaltung, Betriebsvergelichs-Tools
oder spezialisierte Datenbank für Ihr System.

Leser: Ab welcher Größenordnung sollte ein
Franchisesystem ein Intranet installieren?

Stefan Merath: Ab dem Moment, an dem
Sie ernsthaft beschlossen haben, ein mittleres bis größeres Franchisesystem
aufzubauen. Dies gilt vor allem für den Bestandteil eines Verwaltungs-Tools für
das Franchise-Handbuch: hier können Sie bereits bei der Erstellung des Handbuchs
sehr viel Arbeit einsparen. Allgemein ergeben sich die Vorteile eines Intranet
jedoch in der Regel erst nach und nach. Sie machen Erfahrungen und dokumentieren
diese im Intranet; damit haben Sie erst mal mehr Aufwand. Sobald aber der
nächste Franchise-Partner dazu kommt, kann er Ihre gebündelten Erfahrungen im
Intranet nachlesen und so wesentlich schneller eingearbeitet werden – zudem
wiederholt er nicht Fehler, die schon mal gemacht, aber ohne Intranet nirgends
oder zumindest nicht an einer zentralen Stelle dokumentiert worden wären. D.h.
der Erfahrungsschatz und damit der Wert eines Intranet steigen mit der Zeit
deutlich an! Je früher Sie beginnen, desto schneller steigt der Nutzen. Und je
später, desto mehr Chaos haben Sie aufzuarbeiten. Letztlich ist’s wie mit dem
Zähne putzen: damit sollte man ja auch anfangen, bevor die ersten Löcher da
sind!

Leser: Wenn Sie von schlüsselfertigen
Franchise-Intranets sprechen, wie muss ich mir das vorstellen? Sind hier schon
alle Navigationsbereiche fertig? Kann ich da auch individuelle Bereiche mit den
zu meinem System passenden Schwerpunkten integrieren, oder bin ich da dann
eingeschränkt?

Stefan Merath: Es gibt Vorschläge für
Navigationsbereiche. Diese können Sie über die Oberfläche bequem anpassen. Sie
können auch individuelle Bereiche (z.B. Datenbanken für Ihr System) integrieren.
D.h. es gibt keine Einschränkung. Fertig ist hingegen die komplette auf
Franchise-Systeme spezialisierte Funktionalität, z.B. die Verwaltung der
Handbücher und die Organisation des Feedbacks dazu; oder eine
Verwaltungsmöglichkeit für Franchise-Betriebe und deren Partner. Der Unterschied
ist, dass es sich im einen Fall um ein Software-Projekt mit entsprechend
aufwändiger (technischer) Planungsphase und (Template-)Programmierung handelt
und dies bei der schlüsselfertigen Lösung entfällt: sie können also wesentlich
kostengünstiger, schneller und mit geringerem eigenen Arbeitsaufwand starten.
Die Frage könnte ich natürlich noch sehr viel detaillierter beantworten. Nehmen
Sie doch am besten einfach per Email mit mir Kontakt auf, so dass wir auf die
Details eingehen können.

Leser: Ja, danke. Aber ich kenne verschiedene
Intranetprojekte, die von den Mitarbeitern nie angenommen wurden.

Stefan Merath: Ja, das ist natürlich
manchmal ein Problem. Grundsätzlich geht es hier um zwei recht einfach klingende
Punkte: zum einen die Beteiligung einiger weniger aktiver Franchise-Partner an
der inhaltlichen (und funktionalen) Planung des Intranet, zum anderen um einen
möglichst hohen Zusatznutzen für die Partner. Dies kann je nach Franchisesystem
in ganz unterschiedlichen Bereichen möglich sein, z.B. in der Bereitstellung
immer aktueller Produktinformationen, im breiten Erfahrungsaustausch oder in der
Vereinfachung von Abläufen wie z.B. der Vorbereitung von Erfa-Tagungen oder für
den Partner praktikablerer Updates der Franchise-Handbücher. Auf diese Punkte
sollte man während der Einführung eines Intranet in jedem Fall achten. Daneben
können Sie eine Reihe begleitender Maßnahmen ergreifen: z.B. wird es immer
einzelne Partner geben, die das Intranet mehr nutzen als andere; lassen Sie
diese auf einer Erfa-Tagung berichten, warum sie dies tun und wo sie
offensichtlich für sich den Nutzen sehen. Zur Frage der Motivation der
Franchise-Partner bei der Intranet-Nutzung bieten wir übrigens am 18.11. eine
Erfa-Tagung in Berlin an.

Leser: Sehr geehrter Herr Merath, hier
scheinen ja alles Fachleute im Chat zu sein. Können Sie mit als Laie kurz
erklären: Braucht ein Intranet ein Internetanbindunhg? Wenn ja, ist eine
DSL-Flatrate empfehlenswert? Unsere Partnern liegen Handbücher in Druckform vor.
Wie groß wäre denn der Aufwand für eine Umstellung ?

Stefan Merath: Ja, es braucht eine
Internetanbindung. DSL ist empfehlenswert, vor allem dann, wenn im Intranet
größere Dateien, z.B. Flyer als Photoshop-Datei o.ä. enthalten sind. Bei der
Übernahme der Handbücher in ein Intranet kommt es darauf an, ob diese in
irgendeiner Form digital vorliegen (also z.B. Word oder PDF). Die Übernahme kann
ganz einfach sein, indem Sie dann diese Datei lediglich im Intranet
veröffentlichen – davon haben Sie jedoch noch nicht viel. Eine Übernahme z.B. in
das Handbuch-Tool bei franchise-intranet bietet Ihnen zusätzlich viele
Funktionen wie Versionierung (der Franchise-Partner muss nur das lesen, was sich
wirklich geändert hat) usw. Die Übernahme würden wir z.B. als Dienstleistung zum
Seitenpreis anbieten. Bei anderen Systemen, z.B. mit Content-Management-Systemen
etc. hängt es stark von den technischen Gegebenheiten ab, wie viel Aufwand sie
haben.

Leser: Wie kann man die Franchise-Partner dazu
motivieren, das Intranet zu nutzen?

Stefan Merath: Mmmh, im Prinzip ist
diese Frage ja schon 2 Fragen weiter oben angeschnitten worden. Für eine
Vertiefung dieser sehr wichtigen und leider auch sehr komplexen Frage kann ich
nur nochmal an die erwähnte Erfa-Tagung verweisen. Vermutlich können Sie die
dortige Präsentation auch nachträglich beziehen.

Leser: Guten Tag! Wir sind noch ein kleines
System mit nur sechs Partner und arbeiten noch recht effizient auf Zuruf. Wir
haben natürlich auch ein Handbuch. Würden bei Umstellung auf Intranet die alten
Handbuch-Versionen automatisch archiviert? Danke für Ihre Antwort!

Stefan Merath: Die Handbücher können –
wenn Sie digital vorliegen – einfach ins Intranet integriert werden. Auf welche
Art und Weise hängt wie 2 Fragen zuvor gesagt vom technischen System ab.

Leser: Hallo Herr Merath, Sie haben zwar in
der ersten Frage ausführlich die Vorteile beschrieben, aber wenigstens ein
Kostenbeispiel für eine Intranet-Einführung wäre interessant…..

Stefan Merath: Die Kosten hängen stark
von Ihren Anforderungen und der Art und Weise ab, wie Sie ihr Intranet
realisieren. Dabei sind neben den anfänglichen Kosten auch der eigene
Arbeitsaufwand z.B. für Planung und die Folgekosten (für Support und
Anpassungen) zu berechnen. Diese sind insbesondere bei Eigenentwicklungen bzw.
individueller Programmierung mit einem Content-Management-System in der Regel
deutlich höher als die ursprünglichen Kosten. Auf Sicht von 2 Jahren liegen Sie
bei einem mittelgroßen Franchisesystem bei etwa 10.000 bis 30.000 Euro. Eine
Beispielrechnung hierzu finden Sie bei www.franchise-intranet.de im News-Bereich
oder können Sie per Mail anfordern.

Leser: Beteiligen sich die Franchisenehmer
i.d.R. an der Finanzierung oder wird das Intranet bereits als
selbstverständlicher Service der Zentrale angesehen?

Stefan Merath: Also nach meinen
Erfahrungen beteiligen sich die Franchise-Partner eher selten an der
Finanzierung. Ein Intranet ist auch mittlerweile bei über der Hälfte der
Franchise-Systeme eingeführt und findet sich teilweise in Checklisten für
angehende Franchise-Partner. Dort wird geraten, das Franchise-Partner auch auf
die elektronische Kommunikation achten sollten. Insofern wird Intranet
mittlerweile doch eher als Standard betrachtet. Natürlich ist das in gewissem
Umfang auch branchenabhängig.

Leser: Mir macht aber auch die zunehmende
Abhängigkeit der Unternehmen von Computer und Internet Sorgen. Wenn System
und/oder Leitungen ausfallen, sind plötzlich alle unsere Partner zur Untätigkeit
verurteilt.

Stefan Merath: Dieses Risiko besteht
bei zu enger Abhängigkeit natürlich. Andererseits war es bei der Einführung von
jeder ehemals neuen Technologie (Strom, Telefon usw.) so, dass auch eine gewisse
Abhängigkeit entsteht. Hier empfehlen sich verschiedene Maßnahmen zur
Risiko-Minimierung: Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern, die gewährleisten
können, dass die Systeme funktionieren oder bei Ausfall schnellstmöglich wieder
in Betrieb genommen werden können; schrittweiser Ausbau des Intranet, indem man
mit Bereichen beginnt, die für die unmittelbare Arbeit beim Kunden nicht
kritisch sind; oder indem man bei wirklich kritischen Punkten Alternativpläne
vorhält (wie dies ja z.B. auch bei Banken der Fall ist, wenn dort die Verbindung
zur EDV ausfällt).

Leser: Unser Handbuch liegt als word-Datei
vor. Wie vermeiden Sie, dass die Partner Veränderungen in dem Intranet-Handbuch
vornehmen? Wandeln Sie die Seiten in pdf-Dateien um?

Stefan Merath: Wenn Sie das Handbuch
komplett am Stück einstellen, kann man es natürlich in ein PDF umwandeln. Bei
der Arbeit mit einem Handbuch-Verwaltungs-Tool im Intranet haben Sie in der
Regel ein Rechtesystem, mit dem Sie genau einstellen können, wer das Handbuch
verändern darf und wer nicht. So könnten Sie z.B. falls mehrere Personen an
einem Handbuch arbeiten (oder Sie einen externen Berater hinzuziehen) einfach
diesen Personen Schreibrechte einräumen und diese können gleichzeitig am
Handbuch arbeiten.

Leser: Ich habe eine gute persönliche
Kommunikationsebene mit meinen Franchise-Partnern. Dann brauche ich doch kein
Intranet.

Stefan Merath: Gratuliere! Je besser
Ihre persönliche Kommunikation mit Ihren Partnern ist, desto mehr nutzt Ihnen
auch ein Intranet. Beides erfüllt unterschiedliche Funktionen und ergänzt sich:
die persönliche Kommunikation dient der Bindung innerhalb des Systems, der
schnellen Beseitigung von Problemen oder Konflikten, der Kultur und nicht
zuletzt auch dem Spaß. Ein Intranet hingegen verwaltet und organisiert
Informationsmaterial, archiviert Erfahrungen (und stellt diese schnell und
gebündelt neuen Partnern zur Verfügung) und begleitet die direkte Kommunikation,
indem sich Erfahrungsaustausch auch über mehrere Wochen oder Monate von
entfernten Orten weiter führen lässt. Letztlich entlastet ein Intranet auch die
persönliche Kommunikation von der Übermittlung von Standards (neue Logos,
Handbücher etc.) und schafft somit Raum für den Austausch über wirklich wichtige
Dinge. Generell ist eine gute Kommunikationsebene und Vertrauensbasis auch
wichtig für die Nutzung des Intranet: wenn diese Ebene im normalen Umgang
miteinander nicht vorhanden ist, dann entsteht sie natürlich auch nicht durch
ein Intranet.

Leser: Welchen Aufwand haben wir für die
Einstellung der Dokumente ins Intranet und für die Schulung der Partner?

Stefan Merath: Der Hauptaufwand
entsteht für Sie natürlich durch die Erstellung der Dokumente. Hier
unterscheidet sich ein Intranet wenig von klassischen Wegen (Text-Newsletter,
Email o.ä.). Wenn diese Dokumente vorhanden sind, gibt es bereits bei jedem
mittelmäßigen Intranet eine einfache Möglichkeit, diese ohne großen Zeitaufwand
auch dort zu publizieren. Dennoch sollte es in jedem Fall einen Verantwortlichen
in der Zentrale geben, der dafür sorgt, dass regelmäßig(!) Neuigkeiten enthalten
sind und veraltete Informationen entfernt werden. Dies ist aber – je nach
Komplexität des Franchise-Systems – mit vertretbarem Aufwand zu erledigen.

Leser: Unsere FN arbeiten teilweise mit
Windows, Macintosh oder Unix, inwie weit its das Intranet vom Betriebssystem
abhängig ?

Stefan Merath: Die Abhängigkeit vom
Betriebssystem hängt von der gewählten technischen Basis ab. Einige Intranets
arbeiten im Redaktionsbereich mit Windows-Clients, andere nutzen spezielle
Funktionen einzelner Browser, z.B. des Internet-Explorer, so dass sich hier
Einschränkungen ergeben können.

Leser: Hallo Herr Merath, wir stehen vor der
Einführung einer webbasierten CRM-Lösung. Deckt das Customer Relation Management
nicht viele Funktionen des Intranet ab, da man die Partner und Mitarbeiter
ebenfalls als Kunden betrachten kann? Gruß G.Schauer

Stefan Merath: Es gibt natürlich
gewisse Überschneidungen. Ein CRM-System ist vor allem auf die
one-to-one-Kommunikation hin ausgelegt und bietet dort viele nützliche
Funktionen. Ein Intranet dient eher der Kommunikation innerhalb des gesamten
Systems oder innerhalb von Teilgruppen. Darüber hinaus nimmt ein Intranet noch
Funktionen des Wissensmanagements innerhalb des Franchisesystems wahr oder kann
individuelle Anwendungen (wie Datenbanken etc.) integrieren.

Leser: Für wie viele Franchisegeber sind Sie
als Softwarehaus tätig? Veröffentlichen Sie entsprechende Referenzen?

Stefan Merath: franchise-intranet.de
ist seit August diesen Jahres auf dem Markt. Derzeit haben wir kanpp 10
Workspaces im franchise-intranet eingerichtet. Unser Ziel ist, Marktführer für
Intranets für Franchisesysteme zu werden. Daneben sind wir seit Jahren für
namhafte Unternehmen und Organisationen wie z.B. die Amerikanische Botschaft
oder Cemex (ehemals Readymix) tätig, die auch jeweils mit angeschlossenen
Partnern arbeiten.

Leser: Ist es nicht gefährlich, das Wissen
eines Franchisesystems in konzentrierter Form im Intranet zu
veröffentlichen?

Stefan Merath: Prinzipiell kann das
Wissen eines Franchise-Systems natürlich immer kopiert werden – unabhängig
davon, auf welchen Medien es vorliegt – z.B. können Sie sich nicht davor
schützen, dass ein (ehemaliger) Franchise-Partner ein Papier-Handbuch auf den
Kopierer legt und so wichtiges Know-How öffentlich wird. Ein Intranet selbst
kann natürlich entsprechend geschützt werden. Mindestens durch Passwort und
Firewall. Darüber hinaus können Sie beliebig viel Aufwand treiben, indem Sie
entsprechende Sicherheitssoftware oder Virtual Private Networks (VPNs) nutzen.
Wie viel hängt jeweils von Ihren Sicherheitsanforderungen ab – ähnlich wie es
bei klassischen Tresoren auch ganz unterschiedliche Modelle gibt.

Leser: Wie schützen Sie das von Ihnen zur
Verfügung gestellte Intranet gegen Eindringlinge wie Hacker, Viren etc.
Übernehmen Sie die wirtschaftliche Verantwortung, wenn das Intranet längere Zeit
ausfällt?

Stefan Merath: Unser Intranet können
Sie auf 2 Arten nutzen: entweder auf dem von uns zur Verfügung gestellten Server
oder auf einem eigenen Server bei Ihnen im Haus oder bei einem anderen Provider.
Unser Server ist mit Passwort und Firewall geschützt und die Daten werden
natürlich regelmäßig gesichert (zusätzlich können Sie noch die Daten auf einem
eigenen Computer sichern). Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen können wir nach
Vereinbarung treffen. Wenn Sie franchise-intranet auf einem eigenen Server
betreiben, können Sie natürlich beliebige weitere Maßnahmen zur Sicherheit
treffen. Eine wirtschaftliche Verantwortung für Ausfälle zu übernehmen ist bei
solchen Dienstleistungen nicht üblich. Wir nutzen z.B. einen externen Provider
zum Hosting des franchise-intranet, der eine solche wirtschaftliche
Verantwortung ebenfalls nicht übernimmt. Auch z.B. Miet-Shops im Internet oder
aus einem ganz anderen Bereich: Strom- und Telefonanbieter übernehmen ja auch
keine wirtschaftliche Verantwortung für Ausfälle. Allerdings liegt es in unserem
eigenen Interesse, bei Ausfällen möglichst schnell für eine Wiederherstellung zu
sorgen, da sich einem so engen Markt wie den Franchisesystemen ein negativer Ruf
von Instabilität sehr schnell verbreiten würde.

Stefan Merath: Leider ist die Zeit
schon wieder vorbei. Vielen Dank für die spannenden 2 Stunden, die ich mit Ihnen
verbringen durfte. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und viel Energie, um
Ihre Ziele für Ihr Franchisesystem zu erreichen. Stefan
Merath.

Stefan Merath
Stefan Merath
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