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182 – 25 Partner im ersten Jahr! Wie AURUM in sein Franchise-Wachstum investiert

182 – 25 Partner im ersten Jahr! Wie AURUM in sein Franchise-Wachstum investiert

Letztes Jahr sind sie mit Franchise gestartet und bis Ende 2022 werden sie voraussichtlich 28 Partner haben. Schon mein Kennenlerngespräch mit Julian Massler von AURUM war sehr spannend! Ich hatte schnell den Eindruck, von diesem “Franchise-Neuling” hochinteressante Einblicke in die Franchise-Expansion erhalten zu können. Wir beschlossen eine gemeinsame Podcast-Episode über Investitionen ins Franchise-Wachstum zu machen. 

Bei AURUM handelt es sich um ein Mikrostudio-Fitnesskonzept. Mit selbst entwickelten Geräten.

Sie hatten das Glück, schon in der ersten Finanzierungsrunde einen ehemaligen McDonald’s-Insider als Investor an ihre Seite zu bekommen. Er machte von Anfang an den Gründern klar: Franchise läuft nicht nebenher, Es ist ein zweites Business und mann muss richtig investieren, um stark zu wachsen und wirtschaftlich erfolgreiche Partner hervorzubringen. Julian erzählt uns wie und worin AURUM während seiner ersten beiden Franchise-Jahre investiert. 

Für die nächste Weihnachtsfeier bieten die bisher in Anspruch genommenen Restaurants schon nicht mehr genug Fläche. Denn AURUM ist innerhalb eines Jahres auf rund 25 Franchisepartner gewachsen. Allein im Startjahr 2021 haben sie innerhalb von ein paar Munaten schon 5 Franchisenehmer an Board geholt. Bis Ende 2022 werden es voraussichtlich 28 Partner sein.

Vor wenigen Jahren fragten sich die beiden Gründer, warum es keine Anbieter für High Intensive Resistance Training mit kurzer Trainingszeit gibt. Sie entwickelten deshalb ein solches Konzept und dies sogar mit eigenen Geräten. Hierfür holten sie sich frühzeitig Investoren mit an Board. Dabei waren zwei Schwerpunkte im Fokus: Eigene Geräte entwickeln und die Expansionsstrategie, um schnell auf viele Standorte zu skalieren.

Wie Franchise nicht funktioniert

Einer der Investoren kommt ursprünglich aus dem Hause McDonald’s. Er trichterte den Gründern frühzeitig ein: “Ihr müsst viel investieren, um erfolgreich im Franchise durchzustarten. Dabei beschrieb er Franchise wie einen dreibeinigen Stuhl:

  • 1. Stuhlbein: Den Franchisenehmern muss es gut gehen
  • 2. Stuhlbein: Der Franchisezentrale muss es gut gehen
  • 3. Stuhlbein: Den Zulieferern muss es gut gehen

Was er den Jung schnell klarmachte: Man kann NICHT eine Lizenz verkaufen, so dass der Franchisenehmer Kapital und Arbeitskraft einbringt, während sich der Franchisegeber zurücklehnen könnte. Das funktioniert nicht!

Denn der Endkunde der Systemzentrale ist der Franchisenehmer. Die Systemzentrale muss für diesen Kunden Leistung erbringen, so dass er Fan wird. Er muss wirtschaftlich erfolgreich werden und weitere Standorte eröffnen können. Das  ist der Weg zur starken Skalierung.

Franchise-Wachstum braucht hohe Investoren

Um dieses Wachstum zu bewärkstelligen, müssen Rollen definiert und Positionen besetzt werden. Personal kostet viel Geld. Auch ein guter Franchisevertrag kostet Geld. Denn es ist viel Know-How drin.

Es wurde schnell klar: Franchise läuft nicht nebenher, Es ist ein zweites Business! Man muss richtig investieren um stark zu wachsen.

Franchisegeber führen quasi 3 Unternehmer

Erfolgreiche Unternehmer, die überlegen per Franchising zu expandieren, unterschätzen häufig die Ausmaße: Den ein Franchiseunternehmen aufzubauen ist wie 3 Unternehmen zu führen:

  1. Das Endkundengeschäft: z.B. Pizza backen in eigenen Stores
  2. Der Quasi-Betrieb einer Rekrutierungs- und Marketingagentur: Franchisenehmer finden
  3. Der Quasi-Betrieb eines Beratungs- und Schulungszentrums: Franchisenehmer binden und erfolgreich machen

Investitionen vorrangig in Personal

Möchte man jährlich um 100% oder mehr wachsen, braucht es Investitionen. Insbesondere wird zügig in Personal investiert:

  • Real Estate Management: Franchisenehmer im Standort-Bau beraten
  • Lokale Marketing-Koordination: Neugründungen ohne Ahnung vom Marketing befähigen
  • Expansionsmanagement: Partnergewinnungsprozess durchführen
  • Partnermanagement: sehr zeitaufwendig, Partner zu begleiten und Q&As anbieten
  • Academy: Ausbildung und Schulung von Partnern
  • Qualitätskontrolle: Ganz wichtig für das System und zur Vermeidung von Kraut und Rüben

Am Anfang können diverse Rollen noch in Personalunion organisiert werden. Einer Person können mehrere Hüte aufgesetzt werden. Doch je mehr Standorteröffnungen es pro Jahr gibt, desto mehr braucht es fokussiertes und spezialisiertes Personal mit ausreichend Zeit für die erforderliche Tätigkeit. Schnell muss die bisherige Stammbesatzung entlastet werden.

Eine Viertelmillion für den Markteintritt

Aus Sicht von Julian kann man für den Markteintritt mit Franchise und dem Wunsch nach einer hohen Wachstumsrate leicht 250.000 Euro kalkulieren.

Konkret wurden als Erstes ein Real Estate Manager und ein Qualitätsmanager bei AURUM für die Franchise-Organisation angestellt. Die weiteren Rollen wurden zunächst auf die 11 bereits vorhandenen Personen der Stammbesatzung verteilt. So war z.B. Julian zunächst CEO des Unternehmens und Expansionsmanager in einer Person. Das klappte eine Zeit lang, wenn auch “mit Drama”. Doch schnell wurde spürbar, dass man absehbar in eine Wand laufen würde.

Schon im zweiten Kalenderjahr wurden weitere Personen mit ins Boot geholt:

  • 1 Expansionsmanager,
  • 1 Partnermanager,
  • 1 Local Studio Marketing Coordinator
  • 3 Marketing-Freelancer

Im Kalenderjahr 2022 wird AURUM rund 500.000 Euro investiert haben, um das Wachstum bewältigen zu können. Vornehmlich in Personal.

Zum Abschluss der Episode sprechen wir über die Schwierigkeit und Leichtigkeit in Deutschland vs. USA, um Investoren für das Franchise-Wachstum zu finden. Hier sind große Unterschiede zwischen den beiden Staaten erkennbar.

Julians abschließender Tipp: So früh wie möglich Franchise-Erfahrung ins Haus holen, um nicht jeden Fehler mitzunehmen!

Shownotes

Julian Massler bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/julian-massler-b15380a8/

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