Ratgeber

für Franchise-Zentralen

Greenfranchise-Marken und Social Media

Thomas Matla: Guten Morgen liebe
Live Chat-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer. Wenn ein Brand Consultant zu einem
Chat über Greenfranchise-Marken und Social Media einlädt, dann spielen
sicherlich nicht Zahlen eine übergeordnete Rolle, sondern vielmehr Marken,
Marketing und Kommunikation. Aus dieser Sicht würde ich mich heute gern mit
Ihnen austauschen. Denn obwohl es unzählige Bücher, Vorträge, Seminare und
Workshops zum Thema Social Media gibt, sieht die Unternehmensrealität oft davon
noch wenig berührt aus. Woran liegt das? Was sind Ihre ganz persönlichen
Erfahrungen? Wo kann angesetzt und geholfen werden? Ich freue mich auf Ihre
Fragen und einen interessanten Chat!

Leser: Hallo Herr Matla, worin sehen Sie die
Hauptziele einer ausgefeilten Social-Media-Strategie im Franchising?

Thomas Matla: Guten Morgen lieber Live
Chatter und danke für Ihre Frage. Die sozialen Medien sind ein Gemisch aus
Kommunikations-, Vertriebs-, aber auch Marktforschungs-Medien und -Kanälen.
Entsprechend steht jedes Unternehmen vor der Aufgabe genau herauszufiltern,
welche Ziele es mit diesen Medien verfolgt. Pauschal lässt sich das deshalb
nicht beantworten. Als Kommunikationskanal werden Social Media in den gesamten
Kommunikations-Mix eingeordnet und mit diesem auf die Kommunikations-Ziele
ausgerichtet.

Leser: Guten Morgen, lieber Herr Matla: Um
welche Elemente sollte eine Social Media Strategie ergänzt werden, um den
besonderen Anforderungen an eine Greenfranchise-Marke zu entsprechen?

Thomas Matla: Guten Morgen. Ich möchte
zuerst das Thema Social Media und Franchising allgemein ansprechen, da dieser
Punkt aus meiner Sicht für die Franchisewirtschaft Wichtigkeit besitzt. Im
Gegensatz zu klassischen Filialsystemen haben wir es im Franchising mit
unabhängigen Unternehmern und Unternehmerinnen zu tun. Sollten diese soziale
Medien einsetzen, können Franchise-Gebende diese weniger stark sanktionieren,
als angestellte Filialleiter/innen. Da Franchise-Nehmende aber Repräsentanten
von Unternehmensmarken sind, ist eine konsequente Einbindung in die
Markenbildung auch auf dem Feld der Social Media enorm wichtig. Hier werden
Franchise-Systeme zukünftig eine klare Social Media Policy implementieren
müssen, um Markengefährdungen präventiv ausschalten zu können. Diese Policy ist
auch ein besonderer Bestandteil in verantwortlich agierenden
Greenfranchise-Systemen.

Leser: Guten Morgen Herr Matla. Sehen Sie im
Bereich Social Media sinnvolle Einsatzmöglichkeiten im Bereich
Franchise-Nehmer-Gewinnung? Wenn ja: Welche Kanäle eignen sich hier konkret, und
mit welchen Maßnahmen?

Thomas Matla: Guten Morgen und vielen
Dank für Ihre Frage. Ich möchte diese zweiteilig beantworten. Erstens, ja, ich
stelle immer mehr fest, dass Franchise-Nehmende auch in den beruflich genutzten
Netzwerken Xing und LinkedIn vertreten und dort auch ansprechbar sind. Oft
agieren Vermittler, die auf die Franchise-Nehmer/innen-Suche spezialisiert sind,
leider nur quantitativ und versuchen, möglichst viele Bewerber/innen zuzuführen.
Die Franchise-Gebenden wollen dann möglichst schnell Abschlüsse realisieren, um
ein weiteres Wachstum verkünden zu können. Hier sollte verantwortlicher
umgegangen werden und nachhaltiger gedacht werden. Vielleicht lassen sich auch
neue Honorierungen anhand langfristiger Zusammenarbeiten realisieren. Zweitens
möchte ich aber darauf hinweisen, dass die Social Media am stärksten sind, wenn
sie in das komplette Marketing eingebunden sind und nicht nur Partialziele
verfolgen.

Leser: Würden Sie allen Franchise-Systemen
eine eigene Präsenz auf Facebook empfehlen? Gibt es Branchen, die sich für ein
Social Media Marketing in besonderem Maße oder in keiner Weise eignen?

Thomas Matla: Guten Morgen und
ebenfalls danke. Ich habe mich in der letzten Woche einmal hingesetzt und mir
bewusst alle möglichen Auftritte von Franchise-Systemen und anderen Unternehmen
in den sozialen Medien angeschaut. Ich war sehr überrascht zu sehen, wie wenig
ausgeprägt Social Media im Franchising tatsächlich genutzt wird. Es wird in der
Branche so viel darüber gesprochen, dass man annehmen könnte, jeder sei Experte.
Doch bei einem Reality Check, der tatsächlichen Konfrontation mit der Realität,
entdeckt man nur wenige Franchise-Unternehmen, die tatsächlich und konsequent
soziale Medien zielgerichtet nutzen. Gut finde ich, dass auch sonst
wahrzunehmende Leuchttürme, wie Town & Country hier mit Twitter, Facebook,
Blogs etc. zu finden sind. Aber auch Unternehmen wie Tchibo, die einen höchst
professionellen Markenauftritt auf Basis ihrer Unternehmensstrategie
realisieren. Social Media sind für alle Unternehmen und alle Branchen sinnvoll.
Wir leben in einer Welt, die sowohl real als auch digital erlebt wird.

Leser: Wie kann die Systemzentrale
sicherstellen, dass bspw. die Facebook-Präsenzen zugehöriger Franchise-Nehmer
der kommunikativen Ausrichtung einer Greenfranchise-Marke gerecht werden? Müssen
auch dafür spezielle Richtlinien erstellt werden?

Thomas Matla: Ja, vielen Dank für diese
Frage. Das Wichtigste für Franchise-Systeme mit diesem besonderen Business
Concept der selbstständigen Unternehmer/innen ist es, Richtlinien und
Leitlinien, eine speziell auf die Marke ausgerichtete „Social Media Policy“ für
das gesamte Unternehmen zu definieren. Was sind die Do`s, was sind die Dont`s
für alle Menschen im System. Sowohl in der Unternehmenszentrale muss absolute
Klarheit über Zielsetzungen, Strategie, Themen und Vorgehen herrschen, als auch
bei den Franchise-Nehmenden und deren Mitarbeitenden. Verantwortlichkeiten und
Fähigkeiten müssen klar sein und durch ein Controlling straff geführt werden. Zu
oft werden internetaffine junge und ambitionierte Menschen an Computer gesetzt,
die ohne Regeln agieren dürfen. Das sollte es im Franchising nicht geben. Der
Schaden für die Marke und die Existenz vieler ist zu groß. Das heisst aber auch,
dass sich Franchise-Gebende selbst disziplinieren und schulen lassen sollten,
was wie in ihrem System zu organisieren und gegen zu checken ist. Die sozialen
Medien bieten große Chancen. Man sollte sich von den damit verbundenen Gefahren
weder abschrecken lassen, noch sie ignorieren. Social Media sind genau so in den
Kommunikations- und Marketing-Mix eingeordnet werden und auf die Marke
abgeglichen werden, wie in anderen Bereichen.

Leser: Sollten Mitarbeiter und/oder
Franchise-Nehmer im Umgang mit Social Media speziell geschult werden? Welche
Themen stehen dabei im Vordergrund? Sind dabei auch psychologische Hürden zu
behandeln?

Thomas Matla: Ja, Schulungen sind
wichtig. Hier geht es einerseits um die Franchise-Marke. Welche Werte besetzt
sie? Wofür steht sie? Wie verhält sich die Marke? Wie geht sie mit Anfragen,
Reklamationen und Kritik um? Dann, welche Themen wurden vom Marketing für dieses
Jahr festgelegt? Worüber soll gesprochen, was soll wann thematisiert werden.
Mitarbeitende in der Franchise-Zentrale und bei den Franchise-Nehmenden sollten
Social Media nicht als Spielzeug von Digital Natives verstehen, sondern als
bewusst eingesetztes Werkzeug zur Markenbildung und Erreichung von
Marketing-Zielen. Ganz wichtig ist auch der Punkt der Information. Welche
Information darf wie frei kommuniziert werden. Wann werden Wettbewerbsvorsprünge
vergeben, weil die Konkurrenz folgt. Wann nutzt ein „Sharing“ auch im Bereich
der Informationen. Es braucht eine ganz bestimmte offene
Unternehmens-Marken-Kultur, um souverän mit den Anforderungen der Social Media
umzugehen. Ja, in diesem Sinne sind auch psychologische Hürden abzubauen.
Workshops dazu können helfen, wie ich im Greenfranchise Lab oft bemerke.

Leser: Müssen im Vorfeld eines aktiven Social
Media Marketing nicht spezielle Voraussetzungen – wie z.B. Greenfranchising,
Benefit-Veranstaltungen oder Sponsoring von gemeinnützigen Organisationen –
geschaffen werden, um weniger angreifbar zu sein?

Thomas Matla: Danke, dass Sie an dieser
Stelle den Blick wieder auf die nachhaltigen Marken zurückholen. Ist eine Marke
ökonomisch, ökologisch, kulturell und sozial aufgestellt, lebt und kommuniziert
sie diesen Anspruch, dann ist die Einbindung der sozialen Medien relativ
einfach. Fast alles dafür ist vorbereitet. Die Unternehmenskultur dafür, ein
verantwortlicher Umgang mit dem Unternehmen, der Umwelt, den Menschen ist
bereits vorhanden. Sie wird nur auf diese Kanäle übertragen. Schwieriger ist es
bei Unternehmen, die in Changeprozessen sind, also ihre Nachhaltigkeit erst
aufbauen oder verbessern wollen. Hier geht es um ein behutsames und ehrliches
Umgehen mit diesen Medien. Da es sich hier aber sowieso nicht um Werbekanäle
handelt, muss von diesen Unternehmen der besondere Tonfall erst gelernt werden.
Aber das nutzt.

Leser: Wer sollte nach Ihrer Ansicht in
Franchise-Systemen darüber entscheiden, welche Ideen in Social Media umgesetzt
werden?

Thomas Matla: Aus meiner Sicht ist die
Marken- oder Marketing-Abteilung dafür bestens geeignet. Sie sollte den Hut
aufhaben und entscheiden. Generell sollte die Unternehmenskultur jedoch so
organisiert sein, dass Ideen und Vorschläge von allen kommen dürfen, vom Azubi
oder Praktikanten bis zum Controller.

Leser: Ich bin der Meinung, dass Unternehmen
in den Social Media nicht vorrangig als Marke auftreten sollten. Sie sollten
sich mit einer Selbstdarstellung auf der Fanpage begnügen und versuchen, mit dem
User auf Augenhöhe über seine Fragen und Probleme zu diskutieren. Wenn man als
Unternehmensvertreter dann noch einen passenden Service anbieten kann, hat man
schon fast gewonnen.

Thomas Matla: Die Social Media-Bewegung
hat in den letzten Jahren viele Veränderungen durchlaufen. Niemand kann absolut
sagen, was genau das richtige ist. Schon gar nicht pauschaliert. Ich möchte mir
hier auch nicht erlauben, ein Urteil über Ihr Unternehmen abzugeben.
Marken-Unternehmen, die mit den sozialen Medien ihre Markenstärke weiter
ausbauen wollen, rate ich auf jeden Fall ganz eindeutig als Marke mit festen
Markenwerten aufzutreten und so Orientierung zu bieten. Flankierend werden von
vielen Unternehmen Blogs und Twitter-Accounts der CEOs, Vorstände und
Franchise-Gebenden eingerichtet. An diesen Stellen werden dann persönlich
gefärbte Informationen platziert. Das halte ich für einen guten Weg.

Leser: Können Social Media von
Franchise-Systemen genutzt werden, um ganz gezielt das Empfehlungsmarketing zu
verstärken? Sehen Sie speziell für Greenfranchise-Marken erfolgversprechende
Ansätze, um über Social Media Meinungsführer anzusprechen und einzubinden?

Thomas Matla: Ja, das sehe ich so. Für
den B-to-C-Markt werden dabei oft die emotionalen Bereiche des sozialen Netzes
genutzt, wie Facebook. Fotos und Videos spielen hier eine wichtige Rolle, wie
auf Pinterest und You Tube. Twitter und die Berufsnetze (Xing/Linkedin)
beeinflussen durch Agendasetting Experten und Meinungsführer. Man kann das auch
gut an den Tweets von Torben L. Brodersen verfolgen. Greenfranchise-Systeme
definieren sich durch Werte, die wie Leitlinien ihr Handeln determinieren. Hier
bilden sich durch Resonanz und Empfehlung schnell Gemeinschaften von
„Gleich-Wertigen“.

Leser: Welche weiteren Netzwerke sollten –
nebst Facebook – von Franchise-Gebern für eine aktive Social Media
Marketingstrategie in Betracht gezogen werden?

Thomas Matla: Nun, ich plädiere erst
einmal die Hausaufgaben in den großen etablierten Netzwerken zu realisieren,
bevor man in weniger bekannten und genutzten Netzwerken Zeit, Energie und Geld
verschwendet. Die Großen sind Facebook, Twitter, Google+, YouTube sowie die
persönlich professionellen Kontaktnetze Xing und LinkedIn. Hier sollten Sie so
vorgehen wie im realen Leben. Nicht jeder Guerilla-Aktion und
Aktionsplakatierung bringt Sie wirklich weiter. Eine professionelle und
konsequente Nutzung der genannten Netzwerke unter Markengesichtspunkten, unter
Einbindung der Mitarbeitenden und Franchise-Nehmenden, mit einem aufmerksamen
Controlling und einer klaren Social Media Policy sollte Ihrem Unternehmen einen
klaren Sprung nach vorn ermöglichen, in der Aufmerksamkeit, der
Markenwahrnehmung, der Kompetenzzuweisung und der Dialogbereitschaft zum
Beispiel.

Leser: Sind die Franchisegeber schon darauf
vorbereitet, die Anregungen von Kunden in den Social Media umzusetzen? Wie
kommen die Franchisegeber damit zurecht, dass ihre Systeme vorwiegend durch ihre
Mitarbeiter – und nicht allein durch die Geschäftsführung – in der
Öffentlichkeit repräsentiert werden?

Thomas Matla: Ob die Franchise-Gebenden
insgesamt darauf vorbereitet sind, kann ich Ihnen nicht sagen. Ich sehe auf
jeden Fall hier sehr großen Beratungs- und Schulungsbedarf. Allerdings
praxisbezogen, wie beispielsweise hier bei uns im Greenfranchise Lab. Denn
Theorien zu den Social Media gibt es genug. Und bisher scheinen sie nicht so
viel geholfen zu haben. Ich glaube, viele haben noch nicht verstanden, dass das
Thema Social Media ein Markenthema ist. Medien sind Kanäle, über die ich
kommuniziere, auch im Dialog. Hier ist Markenkommunikation gefordert. Ich
plädiere wirklich für eine Qualitätsoffensive „Social Media Branding“, damit die
Franchisewirtschaft hier nicht den Anschluss verliert. In den USA, dem
Herkunftsland der Marke, ist man in den sozialen Medien unter
Markengesichtspunkten sehr viel weiter. Ich empfehle Ihnen hier, dem „The
Franchise King Blog“ von Joel Libava zu folgen.

Leser: In Deutschland wird alle paar Wochen
das Geschäftsgebaren eines anderen Franchise-Systems von Journalisten
angeprangert. Wie können sich Franchise-Systeme in der Social Media
Kommunikation gegenüber dieser kritischen Zielgruppe klarer von solchen
Praktiken distanzieren?

Thomas Matla: Die positive Seite
unserer heutigen digitalen Welt ist es, dass wir schneller größere
Aufmerksamkeit und Kontakte bekommen und damit gezielt unser Geschäft ausweiten
können. Die andere Seite haben Sie soeben angesprochen. Wir stehen ständig unter
Beobachtung. Wenn anderen unser Verhalten nicht gefällt, wird daraus Kritik. Am
einfachsten ist es entsprechend, wenn wir klar unseren Werten entsprechend
handeln und kommunizieren. Das ist mit ein Treiber, warum Greenfranchise-Systeme
zukünftig größere Wettbewerbschancen haben werden. Wer ehrlich das verfolgt, was
er sich als Ziel gesetzt hat, mit Rückschlägen und Abweichungen ehrlich umgeht
und sie konsequent zu überwinden versucht, dem traut man mehr. Und bewundert
dessen Geradlinigkeit. Wer unehrlich und nicht vorhersehbar agiert, dem traut
man weniger und ist weniger bereit ihn als Orientierung zu nutzen. Interbrand,
die sowohl die Bewertung der Best Brands als auch der Green Brands publiziert,
geht auf die Überkommunikation (Greenwashing), aber auch Unterkommunikation
(weniger sagen, als man tatsächlich schon tut) ein. In Deutschland neigt man zur
Unterkommunikation, weil man „Angriffe“ fürchtet. Diese Fehlende „Mutkultur“
finde ich persönlich bedauerlich. Sie zeugt von Schwachstellen im Unternehmen
und dem Bewusstsein. Kritik gehört heute zum Geschäft. Es ist die Feuerprobe, um
das Gold zu erkennen. Social Media brauchen eben mehr als jemanden, der einen
Tweet absetzt, es braucht echte Unternehmenswerte und eine gelebte
Unternehmenskultur.

Leser: Müssen wir uns angesichts der schnellen
Verbreitung von Gerüchten und Vorwürfen über Foren, Facebook und Twitter noch
intensiver und rascher um die Lösung personeller Probleme kümmern? Brauchen
größere Franchise-Unternehmen eine ‚Task Force‘ für ein professionelles
Risikomanagement? Könnte eine grüne Ausrichtung auch dabei argumentativ
helfen?

Thomas Matla: In dem Buch „Green
Franchising“ von Bellone/Matla gehen wir darauf ein, dass die Offenheit und
Gleichzeitigkeit der realen und digitalen Welt Franchise-Systeme derart fordert,
dass sie ein Risk und Reputation Management implementieren sollten, bzw. sich
auf Konflikt- und Krisensituationen vorbereiten sollten. Die Marke ist mit eines
der wichtigsten Unternehmenswerte. Sie sollte unbedingt geschützt werden. Ist
sie gefährdet oder gar beschädigt, sind davon viele Selbstständigkeiten,
Lebenskonzepte und Mitarbeitende betroffen, ganz abgesehen vom wirtschaftlichen
Schaden. Ja, Franchise-Gebende sind aufgefordert über Risk und Reputation
Management nachzudenken und Schritte in diese Richtung zu unternehmen.

Leser: Kann man den Wert einer Marke auf
Heller und Pfenning berechnen? Gilt das auch für eine eingeführte
Greenfranchise-Marke? Welche Kriterien sollten zur Bewertung einer
Greenfranchise-Mark verwandt werden? Wird dieser spezielle Markenwert, dessen
Entwicklung offensichtlich besondere Investitionen erfordert, auch irgendwie in
der Bilanz berücksichtigt?

Thomas Matla: Es gibt über 500 Modell
der Markenbewertung. Sowohl Beratungsunternehmen, Werbeagenturen als auch echte
Markenwertagenturen versuchen sich in der konkreten Ermittlung von Markenwerten.
Am bekanntesten und zertifiziert ist das Unternehmen „Interbrand“, das ich zuvor
bereits erwähnte. Die Website www.interbrand.com bietet Ihnen hier vielfältige
Informationen rund um den Brand Equity.

Leser: Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist
zunehmend von Social Media Relations, Social Media Releases und Social Media
Newsrooms die Rede. Können Sie mir Franchisesysteme nennen, die diese Tools
bereits vorbildlich einsetzen? Können wir uns daran orientieren?

Thomas Matla: Gern würde ich Ihnen hier
viele Franchise-Systeme nennen. Aber ich bin selbst auf der Suche nach
vorbildlichen Leuchttürmen. Diese können sich bei mir gern für Interviews
melden, damit ich sie breiter beispielhaft vorstellen kann.

Leser: Lohnt sich Microblogging noch als
Social Marketing Tool für Unternehmen? Werden Twitter-Nachrichten inzwischen von
Google ignoriert? Wie sehen Sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Twitter?

Thomas Matla: Ich bin kein Verfechter
von einzelnen Kanälen, sondern von Gesamtstrategien und Vernetzungen. Tweets auf
Twitter sollten mit Blogs, der Website und Facebook etc. vernetzt sein. Es geht
darum, auf „allen Kanälen“ präsent, ansprechbar und profiliert aufzutreten.
Einzelmassnahmen sind mitunter wirkungslos. Der konkrete Einsatz von Blogs,
Twitter oder Google+ muss jeweils genau für das Unternehmen und Umfeld
analysiert und entschieden werden. Pauschalisiert mag ich hier nichts sagen.
Twitter halte ich in Deutschland für noch immer komplett unterschätzt.

Leser: Die Interaktion renommierter Marken mit
ihren Fans und Kritikern wird meines Wissens auch als „Netzwerk-Marketing“
bezeichnet. Müssten Franchisesysteme für diese Art der Kommunikation nicht
eigentlich prädestiniert sein, da eine ähnliche Art der Kommunikation mit den
eigenen Franchisenehmern gepflegt wird? Vielleicht gäbe es da sogar
Synergien?

Thomas Matla: Ja, ja und nochmals ja.
Das ist genau der Punkt. Franchising ist durch sein Business-Modell, die
kollaborative Zusammenarbeit von selbstständigen Unternehmern und
Unternehmerinnen, geradezu prädestiniert für soziale Netzwerke. In der Realität
wird das auch ganz professionell gelebt. Im virtuellen Netz bestehen noch große
Berührungspunkte, scheint mir. Dabei liegen die gestalterischen Chancen und
Möglichkeiten sichtbar vor uns. Franchising sollte hier auch eine Führungsrolle
übernehmen. Denn Unternehmende haben doch zwei Aufgaben (siehe auch: Zen-Meister
Niklaus Brantschen vom Lassalle-Haus in unserem Buch „Green Franchising“): Sie
sollen sowohl bewahren (verantwortlich, nachhaltig, dauerhaft, verträglich) als
auch weiterentwickeln (vor dem Erstarren schützen, Neues erobern und
ausprobieren).

Leser: Ab welcher Größe macht die
Beschäftigung eines Social Media Managers für ein Franchise-Unternehmen Sinn?
Welche Aufgaben hat ein Social Media Manager zu erledigen? Gibt es bereits
entsprechende Ausbildungsgänge an Hochschulen etc.?

Thomas Matla: Beschäftigungsverhältnisse können ja vielfältig gestaltet sein, von der
Beauftragung Externer über 20 Stunden pro Woche, bis zu mehreren Mitarbeitenden.
Bei Tchibo twittern zum Beispiel fünf Mitarbeitende aus den Bereichen Food, CSR,
Unternehmen und Aktuelles. Alle sind mit Bild auf dem Twitter-Account zu sehen.
Es kann also eine extra Position geben oder von anderen mit übernommen werde.
Wichtig sind das Verständnis des Unternehmens und seiner Werte, eine
Communications Policy, Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft etc. Wir haben
dazu ein „Franchise-Denkwerkzeug: Kompetenzquartett“ in unserem Buch. Social
Media wird oft in den Bereich Public Relations integriert, da hier oft
entsprechende Fähigkeiten vorliegen.

Leser: Gibt es bestimmte
abteilungsübergreifende Social-Media-Prozesse, deren Integration sich in anderen
Franchise-Systemen bzw. Unternehmen bewährt hat?

Thomas Matla: Wichtig erscheinen mir
wöchentliche Status-Meetings in der Zentrale und ein regelmässiger Austausch mit
den Franchise-Nehmer/innen auch zum Thema Social Media. Es kommt immer darauf
an, das Thema bewusst wach zu halten und sich nicht nur auf die Verkaufszahlen,
Handelsspannen oder Nutzungen zu fixieren.

Leser: Mich würde noch interessieren,
inwieweit der Greenfranchise Award in Social Media auf Resonanz gestoßen ist. In
welchen Social Media entfalten Sie selbst Aktivitäten, um über Ihr Buch hinaus
dieses Thema bekannt und populär zu machen?

Thomas Matla: Ein neues Thema über die
sozialen Medien bekannt zu machen und zu profilieren stellt eine gewisse
Herausforderung dar. Noch dazu, wenn es von zwei Personen, Prof. Veronika
Bellone und mir, forciert wurde. Wir hatten uns dieses Projekt ja gewählt, weil
es uns für die Franchisewirtschaft wichtig erscheint, um also auch aktiv etwas
für die Branche zu tun. Es ist persönlich ganz interessant zu sehen, welche
Medien dabei weniger, welche stärker wirken. Wir haben uns auf die Kernmedien
beschränkt, die ich zuvor bereits aufgeführt habe und sind damit recht gut
gefahren. Allerdings ist es nicht unser Hauptgebiet, in den sozialen Medien
unterwegs zu sein, sondern nur eine Randbeschäftigung, die wir flankierend
vornehmen. Auch um Erfahrungen ganz direkt machen zu können. Gern können Sie mir
zum Beispiel auf Twitter unter“@GreenfranchLab“, auf der Website
„Greenfranchiselab.com“ oder „Bellone-franchise.com“ folgen oder sich mit mir
auf „Linkedin“ oder „Xing“ vernetzen.

Thomas Matla: Liebe Live
Chat-Teilnehmer/innen, vielen Dank für Ihre interessierten Fragen. Lassen Sie
uns verlinken und eine Social Media-Initiative starten. Ich denke, es gibt noch
viel zu tun. Ich freue mich drauf. Ihnen einen schönen Wochenausklang und ein
wunderbares Sommerwochenende. Ihr Thomas Matla

Thomas Matla
Thomas Matla
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