Ratgeber

für Franchise-Zentralen

Kommunikationswege im Franchising

Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmer, herzlich willkommen zum heutigen Live-Chat, in dem die Kommunikation im Franchising im Mittelpunkt steht. Gerne beantworte ich Ihnen auch alle anderen Fragen rund um Franchising. Ich wünsche uns 2 spannende Stunden und freue mich auf Ihre Fragen, Ihre Michaela Jung

Leser: Guten Morgen Frau Jung,
Wo sehen Sie die Hauptgründe für eine mangelhafte Kommunikation in Franchise-Unternehmen?

Michaela Jung: Guten Morgen lieber Live-Chatteilnehmer, einer der Gründe für eine mangelhafte Kommunikation kann sein, dass der Franchise-Geber keine ausreichenden Kommunikationskanäle etabliert hat, etwa einen wöchentlichen E-Mailnewsletter, ein systemeigenes Intranet mit Chat-Bereich, regelmäßige Telefonkontakte durch den Partner-Manager sowie Besuche vor Ort. Manches Mal deutet eine mangelhafte Kommunikation auch auf zwischenmenschliche Konflikte (zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmern), die nicht offen angesprochen werden, sondern „verdeckt“ durch mangelnde Kommunikation sichtbar werden.

Leser: Hallo! Können Sie einzelne Franchise-Systeme nennen, die in der Kommunikation besonders effiziente Wege beschreiten?

Michaela Jung: Liebe Live-Chatteilnehmerin, aus unserer Beratung heraus gibt es einige Unternehmen die sich intensiv mit dem Thema Kommunikation beschäftigen und hier erfolgreich agieren, etwa haben wir im letzten Jahr gemeinsam mit Treppenmeister eine Partnerschaftsbilanz durchgeführt (ein guter Gradmesser für die Zufriedenheit in der Partnerschaft). Unsere Geschäftsführerin ist als Aufsichtsrat bei der Tiroler Bauernstandl AG sowie bei der EFM AG tätig und begleitet unter anderem auch Kommunikationsthemen in diesen Systemen. Die Musikschule Fröhlich Österreich hat eine neue Website / Intranet aufgesetzt -> ebenfalls eine Investition in verbesserte Kommunikation. Das sind nur einige Beispiele.

Leser: Guten Morgen! Meine erste Frage lautet: Im Franchising wird m.E. zu wenig darauf geachtet, Entscheidungen oder Maßnahmen intern zu verkaufen. Gibt man sich die Mühe, dem Franchisenehmer oder Mitarbeiter die Vorteile schlüssig darzulegen, wird er seine Aufgabe motivierter erfüllen. Haben Sie dazu für uns Anregungen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ich stimme Ihnen zu, es ist wichtig „Betroffene zu Beteiligten“ zu machen! Mit dieser Ansicht leben Sie bereits das Franchise-Prinzip einer „Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe“. Wichtig ist es dieses Prinzip zu institutionalisieren, etwa mittels regelmäßiger Mitarbeitergespräche und für die Franchise-Nehmer mittels effizienter Besprechungen mit dem Partner-Manager. Oder auch im Rahmen von Jahrestagungen das „Einschwören“ auf verschiedene Themen durch Workshops und nicht nur „Frontal-Vorträge“.

Leser: Haben Sie Tipps zur Bewältigung der Informationsflut, die sich negativ auf die Kommunikation auswirkt? Zu viel Information verstopft die Kommunikationskanäle und ist genauso schlimm wie der Mangel an Informationen.

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, da stimme ich Ihnen zu. John Naisbitt hat gesagt „Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen“! Als Franchise-Geber sollten Sie Kommunikation in geregelte Bahnen lenken. Also nicht bei jedem Anlass eine E-Mail AN ALLE raus senden, sondern vielleicht einmal wöchentlich gesammelt einen informativen Newsletter mit den „News der Woche“ versenden. Oder auch regelmäßige Treffen von Franchise-Nehmern einer Region organisieren, um dort zeitaktuell neue Entwicklungen / Themen / Trends zu kommunizieren.

Leser: Welche Möglichkeiten sollten Franchisegeber ihren Partnern bieten, um Erfahrungen, Wissen oder Kritik an die Zentrale weiterzuleiten?

Michaela Jung: Liebe Live-Chatteilnehmerin, Partizipation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in Franchise-Systemen für die Zusammenarbeit von selbstständigen Partnern. Gründen Sie einen Franchise-Beirat, in dem Franchise-Nehmervertreter und Vertreter der Franchise-Zentrale gemeinsam arbeiten und die Erfahrungen, das Wissen und manches Mal auch Kritikpunkte der Franchise-Nehmer institutionalisiert bearbeiten. Der Franchise-Beirat ist kein Sprachrohr für Franchise-Geber oder Franchise-Nehmer, sondern agiert unabhängig. Jedoch trifft der Beirat keine Entscheidungen (!), sondern gibt Empfehlungen an den Franchise-Geber ab. Und: Der Franchise-Geber hat immer die Letztentscheidung sowie ein Vetorecht.

Leser: Guten Morgen, hat E-Learning die Hoffnungen der Verantwortlichen erfüllt? Kann das Lernen auf elektronischem Wege Teile der bisherigen Präsenzschulungen in Franchise-Unternehmen ersetzen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ich denke schon, dass E-Learning als Bestandteil von Blended Learning einen wichtigen Beitrag leistet, um Franchise-Nehmer und deren Mitarbeiter zu qualifizieren. Zeit- und Kostenersparnis stehen hier im Vordergrund.

Leser: Was halten Sie von der systeminternen Herausgabe einer Zeitung zur Verbesserung der Kommunikation, die sich an Franchisenehmer ebenso wie Mitarbeiter richtet? Gibt es Beispiele anderer Franchise-Unternehmen?

Michaela Jung: Liebe Live-Chatteilnehmerin, eine systeminterne Zeitung ist – wie auch ein Online-Newsletter – eine sehr gute Möglichkeit, um gebündelt Informationen weiterzuleiten. Etwa gibt es bei der BayWa eine hausinterne Zeitung namens „Insider“, die regelmäßig produziert wird.

Leser: Wer aus der Zentrale sollte regelmäßig und wer sporadisch an Beiratssitzungen teilnehmen? Welche Themen sollten exklusiv den Franchisenehmern vorbehalten bleiben?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, kein Thema bleibt exklusiv den Franchise-Nehmern vorbehalten. Im Beirat arbeiten immer Franchise-Gebervertreter und Franchise-Nehmervertreter miteinander. Die Beiratsmitglieder werden auch nominiert und offiziell gewählt und sind dann selbstverständlich bei allen Sitzungen anwesend. Bei den Franchise-Verbänden erhalten Sie übrigens eine Empfehlung bzw. Richtlinien für die Funktions- und Arbeitsweise von Beiräten in Franchise-Systemen. Kontakt: www.franchiseverband.com und www.franchise.at

Leser: Sollten Franchise-Nehmer die Chance haben, im Rahmen eines geschlossenen Systems vertraulich miteinander zu kommunizieren?

Michaela Jung: Liebe Live-Chatteilnehmerin, das tun sie sowieso 🙂 ! Das können Sie als Franchise-Geber gar nicht verhindern. Allerdings können Sie ihnen eine systemeigene Plattform schaffen (etwa einen Chatbereich innerhalb des Intranets), wenn gewährleistet ist, dass die Chatbeiträge nicht durch den Franchise-Geber moderiert / zensiert werden.

Leser: Eignen sich regionale Schulungsveranstaltungen zur Förderung der Kommunikation in Franchise-Netzwerken? Wie viel Freiraum ist den Partnern zu diesem Zweck einzuräumen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, jedes Treffen bietet den Franchise-Nehmern Freiraum zum Erfahrungsaustausch. Das ist ein wichtiger Faktor in Netzwerken, wie eben Franchise-Systemen. Allerdings soll dieser Erfahrungsaustausch nicht in einem regelmäßigen Debattierclub „versiegen“, sondern konkrete Maßnahmen nach sich ziehen. Darum ist es sinnvoll, dass beim Erfahrungsaustausch ein Protokoll geführt wird und Idee, Anregungen, Wünsche an die Franchise-Zentrale als Feedback zurückfließen können und auf die Systemintegration hin überprüft werden können. Etwa kann dann der Partner-Manager beim nächsten Besuch vor Ort im Gespräch mit dem Franchise-Nehmer berichten, was aus dem Feedback des letzten regionalen Treffens geworden ist etc.

Leser: Welche primären Ziele verfolgt das ‚Knowledge Management‘ in Franchisesystemen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, das Knowledge Management in Franchise-Systemen hat das Ziel alle am System Beteiligten (Franchise-Zentrale, Franchise-Nehmer und deren Mitarbeiter) auf demselben Informations- und Qualitätsstand zu halten. Damit wird sichergestellt, dass der Wiedererkennungseffekt erreicht und das Produktversprechen den Kunden gegenüber eingehalten wird.

Leser: Das Internet bietet heute sehr viele unterschiedliche Kommunikationskanäle, die sowohl öffentlich, als auch intern und für Außenstehende genutzt werden können. Ich denke da an Blogs, Webinare, Twitter, Google Wave für gemeinsame Projekte usw… Außerhalb des Franchisings sind mir bedeutende und auch kleinere Unternehmen bekannt, die z.B. durch Twitter oder Wave ihre interne E-Mail-Flut erheblich reduzieren konnten. Haben Franchisegeber die neuen Möglichkeiten ausreichend im Blick?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ich habe den Eindruck, dass das DFI Deutsche Franchise-Institut mit seinem Seminarprogramm und auch der DFV Deutsche Franchise-Verband im Rahmen seiner Jahrestagung versuchen Trends anzusprechen und für die Franchise-Szene aufzubereiten. Hier wird sehr gute Arbeit geleistet! Die Informationen zu solchen innovativen Kommunikationskanälen sind da, die Frage ist, wie rasch bzw. enthusiastisch diese in Franchise-Systemen implementiert werden. Das gilt übrigens auch für Franchise-Berater 😉 Aus der eigenen Praxis heraus kann ich sagen, dass im Alltagsgeschäft oftmals zuwenig Zeit bleibt, um sich ausreichend zu informieren und neue Trends nicht zu verpassen. Aber ich denke, die Franchiser bleiben auch hier „am Ball“.

Leser: Welche Tools eignen sich im Rahmen der computergestützten Kommunikation, um die Entfernung zwischen der Systemzentrale und Franchisenehmern zu überbrücken?

Michaela Jung: Liebe Live-Chatteilnehmerin, ich denke ein Intranet ist heute keine wirklich große finanzielle Investition mehr und sollte ein MUSS für alle Franchise-Geber sein (bwz. werden). Gerade das Intranet (mit einer Newsletterfunktion ergänzt) bietet – wenn es denn mal gefüllt ist – eine große Arbeitsentlastung für das Team der Franchise-Zentrale. Das Intranet wandelt die Informations-Bringschuld des Franchise-Gebers in eine Informations-Holschuld (!) des Franchise-Nehmers um. Ein wichtiger Paradigmenwechsel für ein Franchise-System.

Leser: Fehler in vorheriger Frage: Es sollte heißen „Für Außenstehende nicht sichtbar“

Michaela Jung: Alles klar – danke für die Information!

Leser: Guten Morgen Frau Jung,
Welche Rolle spielt die soziale Kompetenz bei der Kommunikation zwischen den Franchise-Partnern? Lässt sie sich trainieren oder ist sie aufgrund der individuellen Sensibilität eher angeboren?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ich denke soziale Kompetenz (-> das was Sie in Ihrem Franchise-System damit definieren) sollte ein Auwahlkriterium bei potentiellen Franchise-Nehmern sein. Die Persönlichkeit des Franchise-Nehmers spielt – neben der fachlichen und finanziellen Eignung – eine wichtige Rolle. Der zwischenmenschliche Faktor in Franchise-Systemen sollte nicht unterschätzt werden. Jeder von uns möchte als Mensch angenommen werden und nicht nur auch einer sachlichen / professionellen Ebene behandelt werden. Darum denke ich, dass es sich lohnt die soziale Kompetenz bzw. Kommunikationskompetenz zu trainieren. Viele Franchise-Systeme bieten im Rahmen der Weiterbildung für Franchise-Nehmer auch Persönlichkeitstrainings an.

Leser: Sehen auch Sie professionelles Wissensmanagement als Garanten für die Wettbewerbsfähigkeit eines Franchisesystems? Können Sie mir einige Anregungen zu Planung und Umsetzung geben?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, jemand wird Franchise-Nehmer, weil er auf ein erfolgserprobtes Konzept setzt. D.h. Franchise-System stehen für Know-how-Vermittlung! Ein effizientes Wissensmanagement ist die Voraussetzung für den Erfolg. Nur wer das vorhandene Wissen standardisiert, kann es erfolgreich im Franchising multiplizieren. Ich denke die Einführung eines Intranets ist für ein modernes, zeitnahes Wissensmanagement ein wichtiger Schritt. Alles Know-how findet Ihr Franchise-Nehmer in einem detaillierten Franchise-Handbuch. Alle Tools, um dieses Know-how umzusetzen liefert das Intranet. Der Franchise-Vertrag bildet die „Klammer“ um Franchise-Handbuch und Intranet.

Leser: Wir analysieren derzeit verschiedene Tools wie Chats, Emails, Foren, Internet, Intranet, Multimedia-Applikationen, Online-Datenbanken, Voice Over IP, Videokonferenzen, Whiteboards und Wiki auf ihre Relevanz für die systeminterne Kommunikation, Könnten Sie zu den einzelnen Tools kurz ihre Meinung sagen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ich kann Ihnen gerne sagen was in Franchise-Systemen am häufigsten zum Einsatz kommt: Intranet-Lösungen. Allerdings machen das (noch) nicht alle Franchise-Systeme, was ich wirklich schade finde. Aber jede Innovation braucht Zeit zur Implementierung. Je nach dem in welcher Branche Sie tätig sind bzw. wieviel Bezug Ihre Franchise-Nehmer zu PC / Internet haben, können Sie mehr oder weniger der von Ihnen genannten Instrumente einsetzen. Wie gesagt, gelebt wird in vielen Franchise-Systemen bereits eine Intranetlösung, ergänzt um E-Mails und Foren.

Leser: Nach meiner Erfahrung eignen sich Online Präsentationen nur zur Vorbereitung von Präsentschulungen. Man darf die Franchisenehmer bei der Fortbildung nicht sich selbst überlassen, sondern sollte virtuelle mit konventionellen Weiterbildungsmaßnahmen verknüpfen. Stimmen Sie mir zu?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ich stimme Ihnen zu -> Blended Learning ist sicherlich ein guter Weg um die Vorteile verschiedener Medien zu kombinieren. Ich denke jedoch, dass man Franchise-Nehmer bei Schulungen auch mal ruhig „sich selbst überlassen“ kann (sowohl beim Online-Training am PC, wie auch etwa in Workshoprunden); wichtig ist jedoch, dass danach von den Franchise-Nehmern Ergebnisse bzw. eine Zusammenfassung präsentiert werden. So können Sie einen Lernerfolg sicherstellen.

Leser: Welche der genannten Tools würden Sie auch für die Kommunikation mit Konsumenten nutzen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilehmer, ich denke das Intranet hat sich bereits zur Kommunikation mit den Konsumenten etabliert. Das Intranet, Videokonferenzen sehe ich zur systeminternen Kommunikation. E-Mails bzw. Newsletter an Konsumenten sind ebenfalls im Einsatz und – wenn die Branche passt – ein gutes Instrument der Information und Kundenbindung. Whiteboards sehe ich in der Schulung. Voice over IP setzen wir bei Syncon zur Kundentelefonie ein. Wikis finde ich ein sehr spannendes Thema in der (Konsumenten-)Kommunikation. Allerdings haben wir (noch) keinen Franchise-Kunden, bei dem Wikis zum Einsatz kommen.

Leser: Was schlagen Sie vor, um das Teilen von Informationen mit anderen Partnern sowie der Systemzentrale zur selbstverständlichen Unternehmenskultur zu machen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, wichtig ist die Kommunikationswege vom Start weg mit dem neuen Franchise-Nehmer einzusetzen, um sozusagen unbewußt die Kommunikationskultur Ihres Franchise-Systems zu vermitteln. Als Franchise-Geber leben Sie mit Ihrem Team der Franchise-Zentrale vor, was Sie von Ihren Franchise-Nehmern fordern. Gute Instrumente zur Informationsvermittlung und zum Kommunikationsaustausch sind ein Mix aus PC-basierenden Tools (Intranet, Newsletter, E-Mails) und zwischenmenschlicher Kommunikation (Treffen zum Erfahrungsaustausch: Jahresmeeting, Besuch des Partner-Managers, regionale Treffen, Beiratssitzungen).

Leser: Weiter oben wurde mehrere Kommunikationswege genannt, die überwiegend eine schriftliche Kommunikation darstellen. Ohne Zweifel ist die direkte Face-to-Face-Kommunikation noch wichtiger. Können Sie ein Verhältnis zwischen persönlichen Treffen, Telefon, ggf. Webinar/Videokonferenz, und schriftlichen Informationen angeben?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihren Einwand / Frage! Ja, die zwischenmenschliche Kommunikation hat für uns Menschen die größte Bedeutung. Ein persönliches Gespräch bleibt uns mehr in Erinnerung als die Xte E-Mail. Das Verhältnis zwischen PC-basierenden Tools und Face-to-Face-Kommunikation wird von der Häufigkeit / Intervall bestimmt: Eine Jahrestagung findet nur 1 x jährlich statt. Ein Newsletter geht vielleicht jede Woche / alle 14 Tage raus. Ein regionales ERFA-Treffen kann 1 Mal monatlich stattfinden; die Beiratssitzung vielleicht 1 Mal im Quartal. Schulungen mit Präsenztraining gibt es etwa 2 Mal jährlich und dazwischen Online-Training etc. Gerade zu Beginn einer Franchise-Partnerschaft ist die Information und Kommunikation zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer sehr intensiv. Vielleicht mit täglichen Telefonaten. Je besser sich der Franchise-Nehmer in das System integriert und schließlich ein routinierter Partner wird, desto mehr spielen sich die oben genannten Rhythmen der Kommunikation ein.

Leser: Sie meinen in der Antwort bezüglich Kommunikation mit Konsumenten sicherlich das Internet, nicht Intranet. Schließlich bleibt letzteres i.d.R. nur innerhalb der Unternehmens zugänglich. Oder?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ja natürlich! Mein Fehler. Die Finger waren auf der Tastatur zu schnell 😉

Leser: Auf welche Eigenschaften der Kandidaten sollten wir bereits im Auswahlverfahren achten, um später eine möglichst offene Kommunikation zu führen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, in Ihren Franchise-Nehmer suchen die meisten Franchise-Geber vertriebsorientierte Menschen. Wer vertriebsorientiert ist, geht gerne auf Menschen zu und ist (im positiven Sinne) extrovertiert. Das ist an sich schon eine sehr gute Voraussetzung für die interne Kommunikation in Franchise-Systemen. Ich denke Sie suchen Menschen, die offen und interessiert agieren und keine „Berührungsängste“ mit Technik bzw. Veränderungen / Innovationen haben. Solche Eigenschaften sind sicherlich schon in der ersten Kontaktaufnahme und dem folgenden Gespräch auslotbar. Oftmals hilft es intern ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen und dann erste Gespräche mit Franchise-Interessenten zu zweit zu führen, um nach dem „4-Augenprinzip“ gegenseitig Feedback zum Kandidaten geben zu können.

Leser: Sollte der Franchisenehmer-Beirat kontinuierlich in die Festlegung von Lernzielen einbezogen werden oder würde ihn dies zeitlich überfordern?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, falls der Arbeitsaufwand für den Beirat zuviel wird, könnten Sie einen eigenen Trainings-Beirat gründen, der sich ausschließlich mit Weiterbildungsmaßnahmen, -inhalten und Lernzielen in Ihrem Franchise-System beschäftigt. Es ist durchaus üblich zu verschiedenen Themen eigene Beiräte zu gründen (Qualität, Marketing etc.).

Leser: Wie funktioniert die Kommunikation über die Sprachgrenzen hinaus? Wir suchen im ersten Schritt einen Master in Frankreich. Mit welchen Schwierigkeiten müssen wir rechnen?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, die Kommunikationssprache in Ihrem Franchise-System legen Sie fest! Wenn Deutsch für Sie die Sprache ist, die im System verwendet wird, dann ist das eine klare Vorgabe an einen potenziellen Master in Frankreich. Eventuell schränkt Deutsch das Masterpartner-Potenzial zu sehr ein? Dann reicht es vielleicht, wenn ein Mitarbeiter des Masterpartners Ihre Sprache spricht. Oder Ihre Mitarbeiter in der Franchise-Zentrale sind fit genug, dass die Systemsprache Englisch wird?! Es gib hier mehrere Varianten, die auf alle Fälle im Master-Vertrag definiert sein müssen.

Leser: Sollte der gegenseitige Know-how-Transfer zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmern während der Vertragslaufzeit festgeschrieben werden? Welche Vereinbarung hat sich dabei bewährt?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, sowohl das Franchise-Handbuch wie auch der Franchise-Vertrag können solche Vorgaben beinhalten. Etwa: „Der Franchise-Nehmer nutzt täglich das systemeigene Intranet“; oder: „Der Franchise-Nehmer ist verpflichtet an der jährlichen Jahrestagung mit seinen Mitarbeitern teilzunehmen“; oder: „Der Franchise-Nehmer verpflichtet sich x Tage im Jahr an Weiterbildungsveranstaltungen des Franchise-Systems teilzunehmen“. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Franchise-Nehmer auch diese verpflichtenden Tools zur Verfügung stellen können, also es existiert ein Intranet, Sie organisieren jedes Jahr eine Jahrestagung, Sie planen und bieten Weiterbildungsveranstaltungen an etc.

Leser: Ich glaube, jedes Franchisesystem diskutiert darüber, wann Informationen einer Holschuld und wann einer Bringschuld unterliegen. Haben Sie vielleicht den „Stein der Weisen“ gefunden?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, das Intranet wandelt für mich klar die Bringschuld des Franchise-Gebers in eine Holschuld des Franchise-Nehmers um. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie alles Know-how, das Ihr Franchise-Nehmer für seinen täglichen Geschäftsablauf benötigt, ready made in das Intranet eingestellt haben.

Leser: Welche Kommunikationswege sind für eine erfolgreiche Partnergewinnung entscheidend? Welche internen Vorbereitungen sind zu treffen, um Interessentenanfragen anschließend effizient abzuarbeiten??

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, bevor Sie mit der Rekrutierung von Franchise-Nehmern starten, muss der interne Rekrutierungsprozess bei Ihnen in der Franchise-Zentrale definiert werden. Also „was passiert, wenn jemand anruft, eine E-Mail schickt, etc.?“, „welche Unterlagen erhält der Interessent?“, „wann gibt es ein Erstgespräch, ein zweites Gespräch?“ u.s.w. Gerade bei der Suche von Franchise-Nehmern empfehlen wir von Syncon einen auf Ihr Franchise-System zugeschnittenen Mix an Instrumenten, etwa Rekrutierungswebsite, Präsenz auf (Online-)Messen, Vorträge, Schaltung von Anzeigen / PR-Arbeit, Mitgliedschaft im nationalen Franchise-Verband … wir machen mit unseren Kunden einen eigenen „Rekrutierungs-Workshop“, in dem wir die Rekrutierungswege, die -instrumente und die notwendigen Prozesse mit unseren Kunden erarbeiten.

Leser: Eine aktuelle Pressemeldung zur Bewerbung eines Internetseminars für FG sagt: „Die meisten Franchise-Geber schrecken vor den Weiten und Tiefen des Internets
noch zurück … „Damit sind Franchise-Geber kaum auf die Veränderungen in der Unternehmenskommunikation,
die das Internet mit sich bringt, vorbereit.“ Würden Sie diese Aussage unterschreiben? Warum entsteht dieser Eindruck bzw. falls ja, warum ist dem so? Reiner Zeitmangel kann es kaum sein.

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, ganz banal: wir Menschen sind träge und Veränderung ist mit Aufwand verbunden. Da agiert die Franchise-Wirtschaft nicht anders wie die restlichen Wirtschaftstreibenden. Neben dem wichtigen Faktor Zeit(mangel) – die meisten Franchise-Zentralen bestehen aus 1-2 Personen (!) – sind auch die vermeintlich hohen Kosten ein Hemmschuh. Und auch die Bedenken gegenüber den Veränderungen in den systeminternen Abläufen („da müssen wir ja alles umändern / anders machen“). Für viele Franchise-Geber ist die Gewinnung von neuen Franchise-Nehmern das vorrangige Ziel und sie erkennen (noch) nicht, dass das Internet ein wichtiges Instrument dazu sein kann.

Leser: Ergänzung zur Pressemeldung: „Nur 16 Prozent der befragten
Geber agieren bereits in sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook oder LinkedIn“ Meiner Meinung nach erschreckend, wenn man berücksichtigt, dass mehr als 60% der Internetnutzer in sozialen Netzwerken aktiv sind. Was meinen Sie?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, die Syncon ist hier keine Ausnahme! Aber auch wir beschäftigen uns aktuell mit dem Thema welche sozialen Netzwerke eine Plattform für uns sein sollen. Allerdings muss zwischen Netzwerken zur privaten oder beruflichen Nutzung unterschieden werden, oder sehen Sie das anders? Ich habe das Gefühl, um zu wissen, welche sozialen Netzwerke für das eigene Franchise-Systeme relevant sind, muss der Franchise-Geber Zeit zur Recherche investieren. Zeit ist jedoch Mangelware (oder haben Sie etwa zuviel?). Berater zu diesem Thema wären eine gute Unterstützung zur Meinungsbildung und Entscheidungsfähigkeit für Franchise-Systeme.

Leser: Sehr geehrte Frau Mag. Jung! Reicht es, die Inhalte des Handbuches im Extranet / Intranet zur Verfügung zu stellen oder sollte das Handbuch nach wie vor als Ringordner einem neuen Franchisenehmer übergeben werden?

Michaela Jung: Lieber Live-Chatteilnehmer, die meisten Menschen sind haptisch veranlagt und halten gerne etwas in Händen. Also meine Empfehlung: Bei Vertragsunterzeichnung erhält Ihr Franchise-Partner das Handbuch in der Printvariante übergeben und gleichzeitig den Zugangscode zum systemeigenen Intranet, in dem das Handbuch ebenfalls eingestellt ist: Veränderungen im Franchise-Handbuch können dann nur mehr online eingestellt werden und der Franchise-Nehmer druckt sich die neuen Seiten aus. Allerdings gibt es auch immer mehr Franchise-Systeme (in der IT-Branche), die ausschließlich mit einem Online-Handbuch agieren.

Michaela Jung: Liebe Live-Chatteilnehmer, vielen Dank für Ihre Fragen und Beiträge. Es waren für mich 2 sehr intensive Chat-Stunden und ich bedanke mich für alles Neue und Ihre Anregungen! Falls noch Fragen offen geblieben sind, bitte melden Sie sich: michaela.jung@syncon.at bzw. +43-662-87 42 450. Vielen Dank + schönen Tag, Ihre Michaela Jung

Michaela Jung
SYNCON International Franchise Consultants
Mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung. SYNCON International Franchise Consultants verstehen sich als Berater der gesamten Franchise-Wirtschaft.

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