Ratgeber & Podcast

für Franchisezentralen

Franchise-Fragen an die Beraterin Frau Waltraud Martius

Waltraud Martius: Liebe
Teilnehmer am FFF – Chat, wie schnell doch so ein Monat vergeht, schon wieder
ist der 1. Freitag im Monat und wir nehmen uns 2 Stunden Zeit um alle ihre
Fragen zum Franchising zu beantworten. Freue mich auf ihre Fragen und
Diskussionsbeiträge.

Leser: Guten Tag Fr. Martius, welche Maßnahmen
haben sich bewährt, um den nach einigen Jahren einsetzenden Fliehkräften des
Franchisenehmers zu begegnen?

Waltraud Martius: Zunächst golt
auch im Franchising der Spruch von B. Brecht: „Zuerst kommt das Fressen und dann
die Moral“, Franchisenehmer müssen Geld verdienen!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ist dies
gewährleistet kann die Bindungskraft des Partners zum System zunächst durch die
professionelle Erbringung ihrer Serviceleistungen zur Unterstützung und
Entlastung der Partner gewährleistet werden, aber auch durch Einbeziehung des
Partner in die Weiterentwicklung des Systems, durch z.b. Beiräte und Ausschüsse,
Jahrestagungen, die nicht nur der Berichterstattung dienen, sondern auch die
Gemeinsamkeit fördern, aber auch regelmässige Beratung und Betreuung der Partner
sind geeignete Instrumente den „Fliehkräften“ entgegen zu wirken. Am wichtigsten
ist es jedoch den Partner und insbesondere den Guten Partnern und den alten
Hasen, die Gewissheit zu geben, dass sie wichtige Partner sind und dass ihnen
die Partnerschaft sehr am Herzen liegt. DIe Beziehung soll zu einer reifen
Partnerschaft werden. Auch die Expansion mit einem 2. oder 3. Standort kann ein
Bindungsinstrument darstellen. Und reden, reden, reden
miteinander…………….

Leser: Guten Morgen Frau Martius, was halten
Sie von einer pauschalierten Franchisegebühr, die der Franchisenehmer zwar in
der Aufbauphase belastet, danach aber immer weniger ins Gewicht fällt?

Waltraud Martius: Es gibt durchaus
Branchen, in denen die Gebühr als fixer Betrag gestaltet ist. Ich bin für die
variabele vom Umsatz abhängige Variante, da es den Partner am Anfang nicht
„bestraft“. Aber wie gesagt ist möglich, muss sich nur rechnen für den Partner,
aber sie könnten ja auch staffeln.

Leser: Welcher Weg ist der effektivste, als
F-Geber zu F-Nehmer zu kommen. Ich habe mit dem österr. Arbeitssmarktservice
große Probleme, da sie Personen in ein Franchisesystem nicht integrieren wollen.
Der Weg über Inserate und dergleichen ist aber sehr kostspielig für mich.

Waltraud Martius: Es ist der
Rekrutierungsmix, der Einsatz unterschiedlicher Instrumente und Mittel, der zum
Erfolg führt. Nachfolgend ein paar Ideen: Sind sie Mitglied im ÖFV, nützen sie
kostenlos die FN Börse des Verbandes, Schalten sie Kleininserate in den
Bezirkszeitungen und verweisen sie auf ihre www , sie sollten eine eigene
professionelle Rekrutierungswebsite haben(siehe dazu syncon shop unter
www.syncon.at) professionelle Pressearbeit, franchiseportal – virtuelle messe
franchisepark auf der gewinnmessse gründungstage der kammern zusammenarbeit mit
dem AMS bitte schreiben sie mir mit welchem AMS sie Probleme haben, denn ich bin
ja auch ehrenamtlich für den ÖFV im Vorstand und es gibt generell eine sehr gute
Zusammenarbeit mit den AMS-Stellen in Österreich, da kann sie der Verband sehr
unterstützen. Schreiben sie mir dazu eine persönliche mail. und beziehen sie
ihre bestehenden FN, ihre Lieferanten, ihre Mitarbeiter, ihre……… in die
Rekrutierung mit ein, zahlen Sie ein Erfolgsprämie…… Alle Massnahmen müssen
jedoch auf die Zielgruppe ihrer zukünftigen FN abgestimmt sein und auf ihr
diesbezügliches Anforderungsprofil…. Nützen sie die Kontakte und
Veranstaltungen der Kammern (franchiseforum in jedem Bundesland) und die
franchiseinteressierten Banken, wie z.b. die 1. Bank…… was dabei…..??????

Leser: Welches sind typische
(unternehmensexterne) Einflussfaktoren eines Masterfranchise-Vertrags?

Waltraud Martius: Ich hoffe ich
interpretiere ihre Frage richtg: 1. Marktpotentaial 2. Wettbewerb im Markt der
Verbraucher 3. System – Wettbewerb 4. Marktforschungsergebnisse 5. Trends und
Tendenzen in der angestrebten Branche 6. Grösse des Gebietes des zukünftigen FNs
und damit Anzahl der geplanten FN in ihrem Land 7. Anzahl der geplanten FN
generell als Basis für den Business PLan für Sie als Master – FN 8. Finanzierung
des Kaufes der Masterfranchise und der Adaptierung auf ihr Land und des
Systemaufbaues

Leser: First Step Gruender Start Up AG und
gibt es weitere Informationen zu diesem Unternehmen?

Waltraud Martius: Tut mir leid,
kenne ich nicht, haben sie mehr Informationen dazu?????

Leser: Ich habe ein Problem und ich hatte mit
dem Franchisegeber ein Vertrag unterzeichnet. Die Einstiegsgebüher habe ich
schon über 3.000 EURO überwiesen und ich muss noch 3.100 EURO in den nächsren
Monaten dazu bezahlen. Woher kann ich ein Kredit bekommen? Da habe ich viele
Schwierigkeiten.Wissen Sie, wo man leichter Kredit bekommen kann?Vielen Dank für
ihre schnelle Antwort.MfG.FPohl

Waltraud Martius: Hat den ihr FG
kein passendes Finanzierungsmodell für Sie??? Ihr Franchisegeber sollte sie
unterstützen in der Vorbereitung ihrer Bankengespräche, ihnen die dafür
benötigten Unterlagen an die Hand geben und ihnen Kontakte zu Banken vermitteln.
Es ist Aufgabe eines seriösen FGs auch hier Unterstützung und Serviceleistung
anzubeiten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Adressen von Banken erhalten Sie beim DFV,
aber ihre Hausbank sollte integriert werden aufgrund der porfessionellen
Unterstützung durch ihren FG!!!!!!!!!!!!!!!!!

Leser: Hallo, ich habe Ärger mit meinem
Franchisegeber wegen der Lizenzgebühr. An wen kann ich mich wenden?

Waltraud Martius: Möchten Sie
sagen, welchen Ärger genau, vielleicht kann ich ihnen helfen…… Oder Sie
wenden sich direkt an den Deutschen Franchiseverband, der unterstützt auch in
Problemfällen. Haben Sie schon geredet mit ihrem FG?? Warum Sie unzufrieden sind
und was sie gerne möchten?????

Leser: Mit welchen konkreten Leistungen der
Systemzentrale sichere ich mir die Loyalität und das langfristige Engagement
meiner Franchisepartner?

Waltraud Martius: Zunächst mit
denjenigen Dienstleistungen, die die FN auch wirklich für ihren Erfolg
benötigen. Dazu ist es sinnvoll regelmässig diese Bedürfnisse bei den Partnern
z.B. durch eine Partnerschaftsbilanz abzufragen. Die Leistungen der
Systemzentrale sind 100 %ig perfekt und JIT zu erbringen, die Bedürfnisse der
Partner in ihre Entscheidungen miteinzubeziehen. Fragen Sie sich immer wieder
kritisch, dienen ihre Serviceleistungen ihrem Ziel als FG, nämlich ihre FN
extrem erfolgreich und glücklich zu machen…….. und dokumetieren Sie ihre
Leistungen in einer monatlichen Leistungsdokumentation, machen Sie damit
transparent, was sie für ihre Partner tun und was die Gegenleistung zur
Franchisegebühr ist. und treffen sie ihre Partner regelmässig zum
Erfahrungsaustausch, zu Tagungen , zu gemeinsamen Feiern und……. siehe auch
Antwort oben.

Leser: Guten Morgen Frau Martius, bin seit
1982 selbstständig mit einem Elektroinstallationsbetrieb und
Hausgerätekundendienst. Möchte mich neu orientieren und zwar im Sektor
Immobilien, Gebäudetechnik oder Personalleasing. Was würden Sie mir raten und
welche Franchisegeber kämen für mich in Frage? Besten Dank im Voraus W. Schwab

Waltraud Martius: Bitte
selektieren Sie dazu in der virtuellen Messe nach ihrem Wünschen, da können sie
die Anbieter von Franchisesystemen sehen, mit allen Details und schauen sie auf
die websites der Verbände und es gibt auch eine Franchise- CD mit vielen
Systemen, die sie beim Franchiseportal für Deutschland oder bei uns bestellen
können.

Leser: Ich möchte mein gut gehendes
Einzelhandelsgeschäft an einen Interessenten verkaufen. Was soll ich tun, wenn
der Franchisegeber nicht einmal zu einem Gespräch bereit ist?

Waltraud Martius: Was ist der
Grund, warum ihr FG nicht mit ihen spricht, er müsste doch daran interessiert
sein, dass ihr Geschäft weiter besteht. Würden sie den Franchisevertrag mit
verkaufen oder???? geht dieser zu ende?? Was ist in ihrem Vertrag geregelt, wenn
sei verkaufen möchten, hat ihr FG ein Vorkaufsrecht???? Dann müsste es ja
ausreichen, wenn sie ihn informieren und die Frist berücksichtigen. Geben sie
mir noch ein paar mehr Informationen, dann kann ich ihnen weiterhelfen.

Leser: Guten Tag, ich halte eine offene,
intensive Kommunikation mit den Franchisenehmern für ihre Bindung an das System
für entscheidend. Was für strukturelle Voraussetzungen sind dafür zu
schaffen?

Waltraud Martius: 1.ein
professionell funtionierendes Extranet 2. kompetente Mitarbeiter in der Zentrale
3. Erreichbarkeit der Zentrale 4. professionelle laufende Beratung und Betreuung
durch Partnermanagaer 5. Erfatagungen 6. Jahrestagung als Familienfest 7.
genügend Zeit füreinander 8. regelmässigen telefonischen und persönlichen Kotakt
9. auch die Guten FNs betreuen…. 10. wertschätzend und aufrichtg miteinander
umgehen 11. berücksichtigen, dass jeder Mensch einzigartig ist……….

Leser: Hallo,sollten die Prozesse für ein
professionelles Konfliktmanagement intern entwickelt werden oder empfiehlt sich
die Unterstützung externer Berater?

Waltraud Martius: Das hängt von
ihrer Ausbildung ab. Externe Berater können die Erfahrungen anderer
Franchisesysteme einbringen und sie müssen das Rad nicht neu erfinden.WIr
exteren Consultants sind auch nicht betriebsblind und können ihnen Tools an die
Hand geben, die sich in anderen Systemen schon bewährt haben.

Leser: Was ist von einer Mediation zu halten?
Eignen sich Unternehmensberater oder Rechtsanwälte besser für eine solche
Aufgabe?

Waltraud Martius: Ich halte sehr
viel von Mediation, da es eine gute Möglichkeit ist mit relativ geringem Aufwand
zu einem für beide Seiten befriedigende Lösung zu kommen. Alle die wissen wie
Mediation erfolgen muss sind geeignete Mediatoren, sie dürfen nur nicht
parteilich sein, was bei Anwalten manchmal der Fall ist. Ich habe in den letzten
12 Monaten 7 Mediationen durchgeführt und alle 7 Fälle sind sehr gut – für beide
Seiten – ausgegangen. Bevor Sie mit ihrem Partnern richtig streiten, sollten Sie
diesen Weg versuchen.

Leser: Danke für Ihre schnelle Antwort.Mein FG
teilten mir mit, dass ich mich selbst mit der Bank in Verbindung setzen muss und
selbst verhandeln muss.Ich bekam so spät das Konzept vom FG.Ich habe den
Widerrufrecht per Fax Gebrauch gemacht, aber ich sende den Fax an die private
Telefonnummer des Geschäftsführers und nicht an die Firma des FG.Deshalb meinte
Sie,dass der Widerrufrecht nicht rechtens ist. Deshalb überwies ich die 1.Rate
in Höhe von 3.000 EURO.Was soll ich jetzt machen?Danke für schnelle
Antwort.Pohl

Waltraud Martius: Wollen Sie denn
überhaupt noch mit diesem FG arbeiten?????? Da bekommen Sie ja nicht wirklich
viel Unterstützung. SIe können ihrem FG sagen, dass laut Auskunft – auch der
Franchiseverbände – es auch seine Aufgabe ist ihnen zumindest professionelle
Unterstüzung für ihre Bankengespräche an die Hand zu geben. Und wenn Sie
aussteigen wollen, dann versuchen Sie ein Gespräch mit dem FG und machen ihm
klar, dass Sie eine Fehlentscheidung getroffen hanen und er soll sie rauslassen
aus dem Vertrag.

Leser: Mich würde interessieren welche
Probleme für die Franchisegeber derzeit am bedeutensten sind? Ist es die
Gewinnung, geeigneter Franchisenehmer, die effektive Durchführung des Marketings
respektive das Branding oder gibt es weitere allgemein drängende Probleme in der
Branche? Zudem würde mich interessieren, welche Erfolgsfaktoren sich in der
Vergangenheit als zentral für Franchisekonzepte oder für erfolgreiche
Franchisegeber herauskristallisiert haben?

Waltraud Martius: Das Finden der
geeigneten Partner ist nach wie vor der Engpass in der Expansion von
Franchisesystemen, denn die Selbstständigkeit ist im deutschsprachigen Raum noch
längst nicht so attraktiv wie in anderen europäischen Ländern. Daher muss
professionell an die Rekrutierung rangegangen werden. Siehe Frage oben zum
Rekrutierungsmix. Das Branding und das Marketing ist eine Frage des Budgets und
des wirtschaftlichen Modells des Franchisegebers. Denn natürlich müssen sie die
Kuh füttern bevor sie sie melken. Diese Durststrecke müssen sie im Aufbau ihres
Systems berücksichtigen. Allerdings ist es nicht nötig ein Riesenbudget für das
überregionale Marketing parat zu haben, sondern zunächst ist es ihre AUfgabe ein
professionelles Marketingkonzept zu entwickeln mit all den Tools und
Inst´rumenten, die der FN braucht um in seiner Region erfolgreich und
professionell Marketing betreiben zu können. Ihr FN muss in seiner Region
schnell zum „Platzhirsch“ werden und seine Wettbewerber in den Schatten stellen.
Weitere Erfolgsfaktoren: erfolgreiche Pilotierung professionelee knowhow –
Dokumentation in den Handbüchern ein verkäuflicher, verständlicher kurzer
Vertrag ein durchdachtes Franchisepaket professionelle Franchisetools
standardisierte Prozesse der Franchisezentrale genügend Kapazität in der
Beratung und Betreuung der Partner professionelle Rekrutierung von neuen Partner
und entsprechede Systemintegration laufende Supervison durch externen
Franchiseprofi laufende Weiterbildung der Mitarbeiter der Franchisezentrale

Leser: Und zwar wird die Höhe der Lizenzgebühr
ständig verändert. Scheinbar je nachdem was der FN bezahlt.

Waltraud Martius: was steht in
ihrem Vertrag????? ist die Lizenzgebühr umsatzabhängig???? melden sie ihren
Umsatz monatlich??????

Leser: Wie schließe ich aus, dass Mitarbeiter
ihr spezielles Wissen für sich behalten, um sich unentbehrlich zu machen? Wie
strukturiere ich eine Wissensdatenbank für den notwendigen
Know-how-Transfer?

Waltraud Martius: durch
regelmässige Workshops unter den Mitarbeitern, in dem das Wissen transparent
gemacht wird weiters sollte sie alle prozesse/aufgabenbeschreibungen
standardisiert haben und regelmässig in der gruppe updaten legen sie alle
arbeiten in checklsiten und abläufen schriftlich fest und die dazu verwendeten
tools und skills

Leser: Die schwierige wirtschaftliche Lage im
Einzelhandel führt auch zu häufigeren Konflikten zwischen Franchise-Gebern und
-Nehmer. Was schlage Sie zur Vorbeugung vor?

Waltraud Martius: reden
miteinander, Lösungen finden um gemeinsam diese „Durststrecke“ durchzutauchen,
Massnahmen setzen um sich vom Wettbewerb abzuheben………, nicht gegeneinander
kämpfen, der Wettbewerb ist ausserhalb des Systems, Gürtel enger schnallen und
gemeinsam durch!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Leser: Aber wie komme ich wieder aus dem
Vertrag raus? Denn der Vertrag habe ich unterschrieben.Kann der
Franchise-Verband mir helfen?Pohl

Waltraud Martius: Der Verband kann
ihnen schon helfen, aber haben sie schon konkret mit ihrem FG gesprochen, dass
sie aussteigen möchten. Warum lässt er sie nicht raus, sie haben ja noch gar
nicht begonnen?????

Leser: Ich zahle eine vertraglich festgelegte
monatliche Lizenzgebühr. Jetzt habe ich zufällig eine andere FN-Kollegin auf die
Gebühr angesprochen, aber sie zahlt weniger.

Waltraud Martius: Der Betrag ist
also ein fixer Betrag. Üblicherweise sollten alle FN die gleichen Beträge
bezahlen. Aber gerade zu Beginn von Franchisesystemen entstehen manchmal solche
Unterschiede.Ich kann mir vorstellen, dass sie ihren Vertrag später
abgeschlossen haben und da ihr FG da bereits bemerkt hatte, dass die vorher
fixierte Franchisegebühr zur Deckung der Kosten der Erbringung seiner Leistungen
zu wenig war, hat er den Betrag erhöht. Ist so meine Vermutung. Menschlich!!!!!!
Aber fragen Sie ihn doch einfach, was es mit dieser Entwicklung auf sich
hat.

Leser: Muss ich als Unternehmensgründerin im
Franchising den Businessplan selbst erstellen oder erhalte ich vom
Franchisegeber ein Muster?

Waltraud Martius: Sie sollten ein
Muster und vergleichende Pläne der andern FNs erhalten, ebenso die Zahlen der
Pilotbetriebe oder anonymisiert der anderen Partner. Erfolgreiche FG erstellen
dieses „Wirtschaftliche Modell“ gemeinsam mit Ihnen bzw. unterstützen sie dabei.

Leser: Guten Tag! Wie sorge ich beim Aufbau
eines neuen Franchisesystems von vornherein für die Grundlagen einer effizienten
Kommunikation?

Waltraud Martius: Lesen Sie bitte
dazu auch schon die Beantwortung oa. Fragen. Wichtig ist ein gutes Konzept und
das Wissen welche Instrumente sie einsetzen(Extranet, Partnermanager,
Telefontag, Rhytmus der Besuche, verwendete Protokolle und Formulare………).
Wichtig auch, dass sie alle Instrumente ab dem 1. Tag ihrer Betreuung ihrer
ersten FN professionell verwenden und einsetzen. Lernen Sie von den anderen
Franchisegebern und erfinden Sie das Rad nicht neu.

Leser: Wenn ich aus dem Vertrag aussteigen
will, dann will der FG mir ein Schadenersatz anhängen und sogar die rechtlichen
Schritten gegen mich einleiten!Wie kann ich mich wehren?POhl

Waltraud Martius: Am besten, sie
wenden sich an den Verband.

Leser: Wer überwacht den Informationsaustausch
zwischen Franchise-Nehmer und Zentrale und worauf muss besonders geachtet
werden?

Waltraud Martius: Dafür ist der
Partnermanager / Franchisemanager zuständig. Achten Sie auf Aktualität der
Informationen, darauf, dass festgelegte Massnahmen auch abgearbeitet werden und
Versprechen auch gehalten werden. Ihre Partner müssen sich auf die Mitarbeiter
der Servicezentrale verlassen können.

Leser: Aber welcher Größenordnung betrachten
Sie Lizenzgebühren als unanständig? Ich bin mir klar darüber, dass die
Unterschiedlichkeit der Systeme sich zwangsläufig auch bei den Gebühren
bemerkbar machen.

Waltraud Martius: Das kann ich so
nicht beantworten, denn es hängt von der jeweiligen Branche ab. Da die
Franchiseszene aber sehr transparent ist können sie einen Systemvergeleich
anstellen, z.b. selektieren sie ihre branchengleichen Systeme im
franchiseportal, schauen sie auf die websites der Verbände und stellen sie so
einen Systemvergleich her. Letztendlich müssen sie für die Angemessenheit auch
die erbrachten Leistungen ihrer Servicezentrale heranziehen.

Leser: Was ist von Dienstleistungssystemen zu
halten, die für keinen Gebietsschutz des Franchisenehmers sorgen?

Waltraud Martius: Gebietsschutz
ist nicht immer ein notwendiges Kriterium für ein erfolgreiches System. Manchmal
auch gar nicht sinnvoll und sogar kontraproduktiv, denken Sie z.b. an
Hotels……. Gerade in der Erbringung einer Dienstleistung ist die Beschränkung
nicht sinnvoll. Allerdins sollte es klare Spielregeln geben, damit sich die FNs
nicht gegenseitig die Kunden kaputt machen oder gibt es denn eventuell einen
Kundenschutz??????

Leser: Neulich bin ich auf den Seiten der KfW
auf ein System gestoßen, dass längst pleite ist. Ein anderes als förderwürdig
anerkanntes Franchisesystem produziert selbst mit dem Pilotbetrieb bisher nur
rote Zahlen. Was für Faktoren prüft die Förderbank des Bundes eigentlich? Wer
ist für solch unseriöses Informationsverhalten verantwortlich?

Waltraud Martius: Ich darf sie
bitten diese Fragen an die KfW bzw. an den DFV zu stellen, da kann ich ihnen
keine Auskunft geben über das Prüfverfahren im Detail.

Leser: Hallo! Können Sie mir ein
internationales Coffeeshop-System nennen, das erfolgversprechend und trotzdem
noch erschwinglich ist?

Waltraud Martius: Mittlerweile
gibt es ja sehr viele gute Anbieter, wie wärs mit Testarossa oder coffeeshop von
Schärf…..

Leser: Wie ist die Entwicklung des Franchising
in Osteuropa? Nach welchen Prioritäten würden Sie die osteuropäischen Länder als
Dienstleistungsanbieter in Angriff nehmen?

Waltraud Martius: Franchising
steckt in diesen Ländern noch in den Kinderschuhen (ausser Ungarn) , aber diese
Länder haben sicherlich ein grosses Potntial für Franchising. Es gibt auch
bereits Franchiseverbände in all den Ländern. Auf der www.franchise.at und auch
auf der www des DFV finden sie links zu allen Verbänden dieser Welt. Für eine
Priorisierung der Länder ist die Branche wichtig, denn aufgrund der
Unterschiedlichkeit der Entwicklungsstände dieser Länder werden auch die
unterschiedlichen Dienstleistungen benötigt. An welche Díenstleistungen denken
Sie????

Leser: Habe ich Anspruch auf Schadensersatz,
nachdem ich meinen Franchisevertrag wegen völlig unzureichender Prognosen des
Franchisegebers kündigen musste?

Waltraud Martius: Das sollten sie
bitte juristisch prüfen lassen, das kann ich so pauschal nicht sagen. Liegen die
Istergebnisse von den Prognosen weit entfernt??? Was sind die Gründe??? Ist das
nur bei Ihnen der Fall oder auch bei den anderen FNs????

Leser: Kann der Insolvenzverwalter eines
Franchisesystems nach Einstellung der Betreuung noch Lizenzgebühren verlangen?
Soll ich abwarten oder den Vertrag fristlos kündigen?

Waltraud Martius: Das hängt von
ihrem Vertrag ab. Da es sich um eine juristische Frage handelt, darf ich sie an
den DFV bzw. an einen Anwalt verweisen, denn wir dürfen keine Rechtsauskünfte
geben. Sind sie in Österreich oder in Deutschland oder in der Schweiz?????

Leser: Ich suche einen Vergleich der zur Zeit
im Markt befindlichen Franchise-Systeme für SB-Bäckereien. Können Sie mir hierzu
eine Quelle nennen ?

Waltraud Martius: Franchise CD,
bestellen über franchiseportal Franchiseportal selbst websites der verbände
anfragen bei den verbänden selbst

Leser: Lohnt es sich, die Handwerkskammern
über die Aussichten und Qualität von Handwerkssystemen zu befragen? Gibt es dort
Spezialisten? An wen soll ich mich wenden?

Waltraud Martius: Wenden Sie sich
zunächst an den jeweiligen Franchiseverband, da erhalten Sie auch die weiteren
Kontakte.

Leser: In Deutschland. Ich möchte aber das
System nicht nennen!

Waltraud Martius: Müssen Sie auch
nicht. Rufen Sie Dr. E. Flohr an und plaudern sie mit ihm. Er ist Anwalt und
gibt ihnen die juristische Information dazu. Berufen Sie sich auf mich. 0211
8687173,

Leser: Auf was ist bei Übernahme eines
bestehenden Franchisenehmer-Betriebes besonders zu achten?

Waltraud Martius: Wird auch der
Franchisevertrag übernommen??? Laufzeit noch verbleibend??? oder wird ein neuer
Vertrag abgeschlossen. Welche Gebühren bezahlen sie??? Lösen sie den Kundenstock
ab??? wem gehört dann der Kundenstock???? Was ist mit ihrer Ausbildung und die
Ausbildung ihrer Mitarbeiter, müssen sie extra dafür bezahlen???? Wenn Sie
investieren, wielange braucht die Amortisation der Investition und steht diese
Zeit in einer guten Korrelation zur Laufzeit des Vertrages. Ist der
Gebietschautz an Bedingungen geknüpft????

Leser: Was soll ich tun, wenn mit dem
Vorbesitzer einer Franchisebetriebes alles für eine Übernahme klar ist, jedoch
der Franchisegeber nicht mitspielen will? Kann er einfach ablehnen?

Waltraud Martius: Das hängt von
Ihrem Vertrag ab. Hat Ihr FG ein Einspruchsrecht??? oder ein Vorverkaufsrecht??
wird der Vertrag beendet, wenn sie verkaufen oder können sie den Vertrag
mitverkaufen. Haben sie mit ihrem Käufer Einigkeit darüber ob er die Franchise
mitkaufen möchte (davon gehe ich mal aus), was sind die Argumente ihres FGS????
Passt der NEUE nicht ins System??????

Leser: Stimmt es, das Aldi im
SB-Bäckereigeschäft einsteigen möchte? MfG

Waltraud Martius: Habe ich auch
schon gehört, aber kann es ihnen nicht bestätigen, fragen sie doch einfach
direkt bei ALDI nach.

Leser: Welche Unterstützung leisten
Franchisgeber, wenn ihre Partner unverschuldet in wirtschaftliche Turbulenzen
geraten?

Waltraud Martius: FG verzichten
dann schon mal auf die laufende Franchisegebühr oder stunden diese.FG erarbeiten
gemeinsam mit ihren Partnern Notfallpläne und helfen bei der Umsetzung, wenn
nötig auch mit Personal und Geld.

Leser: Was geschieht mit der vom
Franchisenehmer genutzten Marke, wenn der Franchisegeber kaputt geht oder
übernommen wird?

Waltraud Martius: Im Normalfall
geht die Marke in die „Masse“. Hängt aber auch von ihrem Franchisevertrag ab.
Und meistens gibt es dann ja eine Auffanggesellschaft (oft auch von den FN
gegründet), die dann die Markenrechte aus der Masse kauft.

Leser: Könnten Sie mir bitte kurz das hier
klären: Notwendiges Eigenkapital: 20% der Investitionssumme Investitionssumme:
ca. 110.000 EUR Einmalige Eintrittsgebühr: – Franchisegebühr: 1% vom Nettoumsatz
Werbegebühr: 500 EUR p.a. MFG

Waltraud Martius: EK heisst sie
müssen das Geld selber besitzen, nämlich 20% von 110.000.–, Es gibt keine
einmalige Eintritssgebühr in diesem System. Von ihrem Netto VK umsatz zahlen sie
monatlich 1 % für die laufende Beratung und Betreuung durch ihren FG, in einen
gmeinsamen Werbetopf zahlen sie 500 euro per anno, dh. im jahr.

Leser: heißt das, ich brauche von 110.000€
Investitionssumme, mindestens 20% Eigenkapital und der Rest muss ich als Kredit
bei einer Bank nehmen?

Waltraud Martius: ja, als Kredit
bzw. als Fördermittel beantragen.

Leser: was ist im Fall einer Insolvenz, ist
mein Eigenkapital weg oder nicht?

Waltraud Martius: wer geht in die
Insolvenz, sie???

Leser: Vielen vielen Dank für Ihren
freundlichen Rat und Engagment. Schönes Wochende.

Waltraud Martius: Ihnen auch ein
schönes Wochenende und wenn sie weitere Fragen haben, dann senden sie mir
einfach noch eine mail.

Leser: ja, wenn ich in die Insolvenz
gehe?

Waltraud Martius: Das Eigenkapital
vrebrauchen sie ja meistens schon im laufe des betriebes, also ist es
weg!!!!!!

Leser: Aber ich kann doch irgendein Gerät oder
Maschine mitnehmen oder?

Waltraud Martius: im Normalfall
geht die Betriebsaustattung ind die „Masse“, wird verkauft und die Schulden
davon bezahlt.

Leser: Vielen Dank.

Waltraud Martius:

Waltraud Martius: Ich danke
für ihre Fragen, wenn die eine oder andere Frage noch offen geblieben ist,
senden sie mir doch einfach eine mail. Schönes Wochenende, ihre Waltraud Martius

Leser: Wie bekomme ich die Franchise Stores
über eine bestimmte Marke(schuhe ) weltweit heraus

Waltraud Martius: frage wurde oben
schon beantwortet, franchise CD…….

Waltraud Martius
SYNCON International Franchise Consultants

Waltraud Martius ist Franchise-Beraterin und Mitbegründerin des Österreichischen Franchise-Verbandes (ÖFV). Außerdem ist sie Mitherausgeberin und Autorin mehrerer Bücher über Franchising.

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